Backpacking in Sri Lanka – Surfen mit Schildkröten als digitaler Nomade

Im folgenden Artikel berichtet Julian von seiner dreiwöchigen Reise durch Sri Lanka und zeigt wie das Arbeiten von nahezu überall möglich ist und das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden werden kann. Weiterhin erfahrt ihr wie man günstig und gut über die Runden kommt und wo das Surfen zusammen mit Schildkröten ein Highlight deiner Reise sein kann.

Hach, Sri Lanka. Schon ein sehr besonderes Land in Südostasien. Angefangen hat unsere Reise mit einem weniger schönen Erlebnis, da wir nach Ankunft am Flughafen dummerweise in das erstbeste Taxi gestiegen sind. Erschöpft stellt man eben immer ein leichtes Ziel für Menschen mit böser Absicht dar. Nachdem wir dann nach langem Hin und Her und einer viel zu hohen Taxirechnung unser Hostel im chaotischen Colombo gefunden hatten, startete die Reise in der lauten Millionenstadt weniger entspannt als erwünscht.

Somit brachen wir den nächsten morgen sofort in das zwei Zugstunden entfernte Hikkaduwa auf. Mit Sand zwischen den Zehen und einem Willkommens-Smoothie in der Hand startete der angenehme Teil der Reise, der wie wir feststellen sollten, so lange anhielt bis wir in den Flieger Richtung Heimat stiegen.

Die ersten Tage unseres Backpacking Trips durch Sri Lanka nutzten wir, um eine ungefähre Route zu planen und die ersten scharfen Curries zu genießen. Wo geht das besser als am indischen Ozean?

Marissa Beach in Sri Lanka

Marissa Beach in Sri Lanka

 

Sri Lanka’s Küste und das atemberaubende Hochland

Dann ging es weiter nach Weligama, wo wir am „Beach-Break“ Mainpoint wieder ins Surfen gefunden haben und mit Backpackern aus der ganzen Welt das ein oder andere Bier tranken und zahlreiche Geschichten austauschten. Jeder erzählte Spannendes, wie zum Beispiel der Sri Lanker Lahiru. Er kündigte, trotz Unverständnis seiner Eltern, seinen sicheren Job als Banker und eröffnete das Surfhostel „The Surfer“, wo wir die nächsten fünf Tage verbrachten. Wir waren begeistert von all den Geschichten und uns kam die Idee einen Blog zu erstellen, der Reiseabenteuer bündelt. Somit riefen wir nach unserem Aufenthalt unseren Blog www.wavesnbackpack.com ins Leben.

Da ich selbst einen festen Job in Köln habe, arbeitete ich hier ein paar Stunden täglich. Auf der gesamten Reise hatten wir fast in jeder Unterkunft halbwegs stabiles und schnelles Internet, womit das Arbeiten aus dem Paradies also kein Problem darstellte. Also warum nicht mal in Zukunft den Chef fragen, ob man ein paar Urlaubstage sparen kann, um vom „Urlaub“ aus auch hier und da Mal ein paar Dinge für die Arbeit zu erledigen? Hiernach ab aufs Surfbrett und Entspannung ist dennoch garantiert!

Da wir Weligama und Mirissa ins Herz geschlossen hatten, verbrachten wir hier mehr Tage als geplant und brachen dann ins Inland von Sri Lanka auf. Hier bestiegen wir den heiligen Berg Adam’s Peak. Der mythische Sonnenaufgang in 2243m Höhe war eine der schönsten Erfahrungen, die wir je machen durften. Nach einem kräftezehrenden, dreistündigen Aufstieg wurden wir mit einem Farbspiel belohnt, wovon wir bis dahin nicht wussten, dass so etwas kraftvolles existiert.

Adams Peak in Sri Lanka

Adams Peak in Sri Lanka

 

Zurück zur Küste – Surfen in Sri Lanka

Nach ein paar Tagen Inland und dem National Park Uda Walawe zog es uns wieder an die Küste wo wir ein paar Tage Wellenreiten wollten. Da ich selbst schon einige Male surfen war, wagte ich mich das erste Mal an einen etwas anspruchsvolleren „Reef-Break“. Begleitet von unserem ehemaligen Surfinstructor fühlte ich mich, trotz Riff unter den Füßen, sicher. Nach kräfteraubendem Paddeln, erreichten wir den Punkt an dem die Wellen brachen. Wie immer sahen die Wellen furchteinflößender aus, als vom Ufer. Nachdem ich die Wellen erst einmal beobachtet hatte, feuerte mich mein Kumpel an und ich wagte es, die erste Welle anzupaddeln. „Do one thing that scares you every day“.

Als ich mich auf das Brett wuchtete, sah ich wie eine Schildkröte neben mir auftauchte und die Welle neben mir herabrutschte. Surfen neben einem uralten Meeresbewohner – unbezahlbar. Nach einer Stunde und einigen Bekanntschaften mit den beeindruckenden Meeresbewohnern, verließen wir erschöpft, durstig und vor allem „stoked“ den Surfspot „Lazy Left“, riefen unseren Tuk-Tuk-Fahrer an und ließen den Tag entspannt im Camp ausklingen. Hat dich auch die Lust gepackt aufs Surfbrett zu springen, bietet unser Artikel von Lahiru einige gute Tipps zum Surfen in Sri Lanka.

 

Arbeiten von überall – Das erste mal „Digitaler Nomade“

Wie bereits erwähnt, habe ich mit meinem Chef vor dem Urlaub abgesprochen, einige Tage von Unterwegs zu arbeiten, die nicht von meinem Urlaub abgezogen werden. Eine tolle Möglichkeit und somit war ich das erste – und sicher nicht das letzte – Mal in meinem Leben „digitaler Nomade“. Anfangs war ich skeptisch, ob arbeiten während dem Backpacken in Sri Lanka wirklich so möglich sei. Klar, war das Internet nicht überall ausreichend schnell, um ein Skype-Gespräch zu führen, aber für Slack, Emails und Google Drive hat es allemal gereicht. Zudem habe ich mir im Inland für ein paar Euro mobiles Internet zugelegt, worauf ich im „Notfall“ auch noch hätte zurückgreifen können.

Fazit: Sri Lanka zum Arbeiten – kein Problem.

 

Günstig Leben in Asien  

Sri Lanka ist ein Traum und leben als digitaler Nomade ist kein Problem. Das hätten wir schon einmal geklärt. Aber wie kann ich hier günstig nach und in Sri Lanka reisen?

 

#1 Iss ortstypische Küche

Die Sri Lankische Küche (gleiches gilt übrigens für alle anderen asiatischen Länder, die ich besucht habe) ist hervorragend und zudem günstig. Ein gutes, frisches und vor allem leckeres Curry kostet 2-4 Euro. Pizza, Burger oder andere europäischen Speisen sind meist nicht so gut wie erwünscht und um ein vielfaches teurer.

 

#2 Vermiete deine Wohnung

Gerade in deutschen Städten ist die Wohnsituation mehr als schwierig. Auch für eine dreiwöchige Reise lohnt es sich, die Mühe auf sich zu nehmen und die Wohnung über AirBnB zu vermieten. In meinem Fall hatte ich mit dem Vermieten meiner Kölner Wohnung den Flugpreis bereits bezahlt.

 

#3 Sei flexibel in der Abreise und schau nach Error-Fares

Für uns war sicher, dass wir im Laufe des Jahres nach Sri Lanka reisen wollten. Ab Januar besuchten wir somit regelmäßig Seiten wie Urlaubspiraten und schauten nach möglichen Error-Fares. Nach einige Wochen fanden wir mit etwas Glück Flüge für lediglich 400 Euro.

… Vielleicht ist ja sogar dein Chef dazu bereit, dir ein paar „Urlaubstage“ freizuschaufeln, wenn du das ein oder andere Mal von Unterwegs arbeitest – ein Versuch ist’s wert!

Das Kapstadt E-Book

Du willst nach Kapstadt reisen und suchst Informationen zu Sehenswürdigkeiten, was man vor Ort machen kann und wann die beste Zeit ist hin zu fliegen? Dann ist mein E-Book genau das richtige für dich! Auf über 50 Seiten habe ich knapp und auf den Punkt alles für deinen ersten Trip nach Südafrika zusammengefasst. Jedes Kapitel beinhaltet Tipps und Hinweise, basierend auf meiner Erfahrung von über 9 Monaten Aufenthalt vor Ort. Auch der ein oder andere Profi- oder Geheimtipp findet sich im Buch. Hier findest du alles was du brauchst auf einen Blick und kannst dir so lange Recherchen sparen. Auch unterwegs ist das E-Book immer dabei, als kleine Referenz oder einfach zum schmökern.

 

Kapstadt E-Book

Bei Amazon kaufen…

Im Apple iBooks Store kaufen…

In  12 Kapiteln findest du komprimierte Informationen und auch weiterführende Literaturhinweise:

  • Warum Kapstadt?
  • Reisevorbereitungen
  • Die beste Reisezeit
  • Kosten und Budget
  • Unterbringung
  • Sehenswürdigkeiten
  • Auto fahren
  • Touren
  • Garden Route
  • Sprache
  • Literatur
  • Links

Zum Preis von 4,99€ bekommst du all diese Informationen in Form einer PDF Datei zum Lesen auf deinem Computer, Smartphone oder E-Book Reader. Du kannst bequem via Paypal, Lastschrift oder Kreditkarte zahlen und erhältst kurz darauf einen Link zum E-Book via E-Mail. Easy!

Bei Amazon kaufen…

Im Apple iBooks Store kaufen…

Die besten Wracks zum Tauchen in Kapstadt

Kapstadt ist ein Traum für Taucher mit einer Vorliebe für Wracks. In den Gewässern um die Halbinsel liegen hunderte gesunkener Schiffe. Vom kleinen Fischerboot bis zum riesigen Tanker, vom Kutter bis zur mobilen Bohrplattform ist alles dabei.

Die meisten Wracks sind durch eine kurze Bootsfahrt zu erreichen, meistens im Bereich von 20 Minuten oder weniger. Manchmal kann man sogar direkt vom Strand oder den Steinhängen in’s Wasser gehen und zügig zu den gesunkenen Schiffen kommen.

Manche der Wracks sind schon bis zur Unkenntlichkeit zerfallen, andere sind so gut erhalten, dass man sich noch die Seeleute auf ihren Posten vorstellen kann.

Ich habe einige von ihnen betaucht und möchte hier eine kleine Übersicht geben. Vorhang auf für Kapstadts beste Schiffswracks!

Das Wrack der Antipolis bei Oudekraal

Die Antipolos ist ein Tanker der zusammen mit der Romelia 1977 an die Küste geschleppt wurde. Durch starke Wellen verhedderten sich die Seile, rissen und die beiden Schiffe sanken an ihrem jetzigen Liegeort.

Das Wrack liegt in 7–10m Tiefe und ist über einen etwas holprigen Weg von der Küste aus zu erreichen. Alternativ mit dem Boot aus Hout Bay heraus. Es ist super geeignet für alle die sich dem Wracktauchen langsam nähern wollen, da die meisten Teile des Schiffes zugeschnitten wurden um nicht mehr aus dem Wasser zu ragen. Es gibt nur wenige Stellen an denen man als Anfänger innerhalb der Überreste tauchen sollte, aber man kann trotzdem sehr viel sehen weil eben nur noch die Hülle da liegt.

Taucher inmitten des MV Antipolis Wracks

Taucher inmitten des MV Antipolis Wracks

Die Tierwelt ist relativ vielfältig. Man sieht viele kleine Fische, Hummer und ab und zu auch mal eine Qualle. Das Wasser ist im Winter bei 10–15°C und im Sommer bei nur wenig mehr ziemlich kühl. Aus Erfahrung weiß ich, das Frauen meist nur einen TG mitmachen, das sollte man bedenken wenn man an dieser Position mehrere TG gebucht hat.

MV Antipolis bei Wikitravel

Clan Stuart – Das Anfänger-Wrack in Simon’s Town

Die Clan Stuart ist ein 1914 gesunkenes Dampfschiff der Briten, welches Kohle transportierte. Der Anker verhedderte sich und seitdem hat sich das Schiff nicht mehr weg bewegt.

Das Wrack ist mit Sicherheit das am einfachsten zu erreichende in der Kapregion: Man parkt gegenüber des Strand, zieht sich um und geht dann einfach in’s Wasser. Wer Luft sparen will schwimmt die ca. 100m zum Wrack und taucht dann auf etwa 8m ab. Ein sehr entspannter Tauchgang bei dem es neben den Überresten des Schiffes vor allem viele Fische, und Calamari zu sehen gibt. Die putzigen kleinen Kopffüßler leben an der Ostseite des Schiffes und wenn man sich mit zwei zum Peace-Zeichen geformten Fingern annähert, kommen sie auch gerne mal um sich den vermeintlichen Kumpel anzusehen. Dabei wechseln sie auch schonmal aufgeregt ihre Farben hin und her.

Technisch ist das Wrack unspektakulär. Es gibt einige Stellen an denen man unter den Trümmern hertauchen kann und eine größere “Höhle” in die man hinein schwimmen kann. Empfehlenswert ist das allerdings nicht denn es gibt nichts zu sehen und man muss rückwärts wieder raus. Allerdings eignet sich die SS Clan Stuart ganz hervorragend für Nachttauchgänge.

Da das Wrack in False Bay liegt, sind die Wassertemperaturen im Normalfall etwas angenehmer, im Sommer können sie auch schonmal jenseits der 20°C liegen.

SS Clan Stuart bei Wikitravel

Aster – Ein Übungs-Wrack in Hout Bay

Ein weiteres Wrack im Atlantik, nahe Hout Bay: Die MV Aster.

Das Schiff wurde 1997 wissentlich versenkt, daher wurden vorher alle Stoffe und gefährliche Ecken und Kanten weitgehend entfernt. Das Schiff eignet sich perfekt zu ersten Penetrationstauchgängen, da es mit großen, weiträumigen Stellen ausgestattet ist. Es wurden sogar Einstiegsluken eingebaut.

Das Schiff liegt in etwa 25–30m Tiefe und ist daher erst ab einem advanced Level empfehlenswert. Wer das Wrack penetrieren möchte sollte sich entweder bereits auskennen oder jemand mitnehmen der das Wrack kennt. Eine Lampe ist immer empfehlenswert, denn auch wer nicht rein schwimmen will kann trotzdem von außen vieles sehen. Wer möchte kann Nitrox verwenden um die Non-Deko Zeit zu verlängern. Ein Trockenanzug bietet sich dann allerdings an, denn es wird ziemlich kalt.

Ich beim Sidemount Traning an der Aster

Ich beim Sidemount Traning an der Aster

Die MV Aster muss mit dem Boot angesteuert werden. Vom Hout Bay Hafen aus eine 5–10 minütige Fahrt und sehr entspannt.

MV Aster bei Wikitravel

BOS 400 – Das Riesen-Wrack

Der Endgegner der Kapstädter Wracks, zumindest für mich bisher 😉

Das Wrack der BOS400 liegt seit 1994 direkt and der Küste bei Sandy Bay und ziemlich gut erkennbar, denn große Teile des Schiffes sind zu jeder Zeit über dem Wasser gut erkennbar. Die BOS 400 ist ein französisches offshore construction Boot, welches vom Kongo aus hierher gezogen wurde. Während eines Sturms riss die Verbindungsleine und der Koloss lief auf Grund. Nach verschiedenen Bergungsaktionen schrieb man das etwa 12 Tausend Tonnen schwere und 100 Meter lange Schiff ab und überließ es uns Tauchern. Das Helipad riss im Jahr 2010 ab und stürzte in die Tiefen.

Taucher vor dem Wrack der BOS400

Taucher vor dem Wrack der BOS400

Das Wrack liegt auf einer Tiefe von etwa 20m und ist dadurch für Anfänger sowie Fortgeschrittene gut zu betauchen. Das Kalte Atlantikwasser hat an dieser Stelle oft schlechte Laune, weshalb man mit dem Wetter schon Glück haben muss.

Obwohl es viele Penetrationsmöglichkeiten gibt, sollte man diese nur wahrnehmen wenn man sich entsprechend auskennt und sich seiner Sache sicher ist. Unerfahrene Taucher sollten trotzdem eine Lampe mitnehmen, denn es gibt viele Luken zum Hineinschauen.

Dieses Wrack ist für mich persönlich das Highlight gesunkener Schiffe in Kapstadt und die Tatsache, dass ich es nur ein Mal behauchen konnte ärgert mich bis heute. Ich werde wiederkehren!

MV BOS 400 bei Wikitravel

Smits Wracks in False Bay

Das Smits Reef befindet sich ebenfalls in False Bay und ist vom Miller’s Point nur ein paar Minuten mit dem Boot entfernt.

Neben verschiedenen Riffen, Korallen und einem kleinen Labyrinth finden sich hier auch mehrere gesunkene Schiffe. In einer Tour kann man von Wrack zu Wrack tauchen und je nach Luftvorrat dabei bis zu 5 verschiedene Schiffe sehen: Die SAS Transvaal, die MV Orotava sowie die MV Princess Elizabeth, die SAS Good Hope und die MV Rockeater.

Die Schiffe liegen auf verschiedenen Tiefen von 25 bis 40m und sind daher advanced Level Tauchern vorbehalten. Nitrox ist empfehlenswert um die Non-Deko Zeit zu erhöhen.

Ich habe die MV Rockeater bei meinem Advanced OWD betaucht, als Deep- und als Wrack-Speciality. Später habe ich mir die SAS Good Hope angeschaut, als Vorbereitung auf meinen technischen Tauchschein.

Smits Reef bei Wikitravel

Wo kann ich in Kapstadt Tauchgänge zu Wracks buchen?

Für mich gibt es in Kapstadt vornehmlich zwei Tauchbasen die ich von ganzem Herzen empfehlen kann. Bei Into the blue in Seapoint habe ich den Sport kennen und lieben gelernt und bei Ollava in Simon’s Town habe ich meine ersten Schritte in Richtung technisches Tauchen gemacht.

Bei beiden seid ihr hervorragend aufgehoben, trotzdem hier eine kleine Entscheidungshilfe: Taucht ihr auf der Atlantikseite ist ITB näher, für False Bay bietet sich Ollava an. Für reine Sporttauchgänge ist ITB eine gute Wahl, bei technischen Tauchgängen und Sidemount seid ihr bei Rudy von Ollava bestens aufgehoben.

Bitte sagt bei beiden liebe Grüße von mir  😉

airbnb-capetown

Meine Erfahrungen mit AirBNB in Kapstadt und Südafrika

Hinweis: Dieser Artikel enthält Links zu AirBNB. Wenn du dich über einen davon dort anmeldest bekommst du Guthaben für deine erste Übernachtung geschenkt und ich ebenfalls.

Seit etwas über 4 Jahren verreise ich nun regelmäßig und von Anfang an bevorzuge ich B&Bs gegenüber großen Hotels oder Hostels. Meine erste kleine Individualreise war Irland im Jahr 2011 und dort lernte ich die Freundlichkeit und Heimfreundschaft von B&Bs zu schätzen. Bei meiner Reise mit dem Fahrrad entlang des West Highland Way ein paar Wochen später übernachtete ich wieder oft in B&Bs oder Bunkhouses.

Auch als ich 2014 zum ersten mal nach Südafrika flog, buchte ich kein Hotel, sondern ein kleines Zimmer direkt an der Beach Road in Seapoint. Seitdem hatte ich hier dutzende verschiedene private Gastgeber und habe dadurch nicht nur verschiedene Ecken Kapstadts sondern auch verschiedene liebe Menschen kennen gelernt.

Warum AirBNB eine gute Idee für Südafrika ist

Immobilien sind in Südafrika gerade ein sehr beliebtes Anlageziel. Viele junge Menschen in Südafrika, so sie es sich leisten können, besitzen schon in sehr jungen Jahren ein oder sogar mehrere Immobilien. In meinem direkten Freundeskreis in Kapstadt besitzen die meisten ein Haus und mindestens eine Wohnung, einige 2 oder mehr. Sobald man genug Geld für eine Anzahlung zusammen hat, kauft man gefühlt ein Haus und vermietet es. So trägt sich die Abzahlung von selbst und man besitzt noch eine Immobilie mehr. Das ist sicher nicht repräsentativ für das ganze Land, aber am Ende führt es doch zu folgendem Umstand: In vielen Gegenden Südafrikas, wie Kapstadt, Johannesburg, Port Elizabeth und Durban, gibt es viele leer stehende Häuser und Wohnungen welche heute lieber kurzzeitig per AirBNB als langfristig vermietet werden.

Die Qualität dieser Unterkünfte ist oft sehr hoch, die Ausstattung ist meist hochwertig und nicht selten hat man Hotel-ähnliche Services wie eine Reinigungskraft und so weiter. Mir hat in einer AirBNB Unterkunft in Südafrika bisher noch nie etwas gefehlt, das ein Hotel mir hätte bieten können.

So kann eine Unterkunft bei AirBNB in Kapstadt aussehen

So kann eine Unterkunft bei AirBNB in Kapstadt aussehen

Wer ein Zimmer statt einer gesamten Wohnung bucht kann u.U. das Glück haben ortskundige Vermieter anzutreffen die einem die Umgebung erklären oder sogar zeigen können. Manchmal freuen sich die Gastgeber über eine Einladung zu gemeinsamen Touren, zum Brunch, Abendessen oder sonstigen Events. So kann man schnell Anschluss finden und vom Wissen der Locals profitieren.

Das musst du bei deiner AirBNB Buchung in Kapstadt beachten

Wie auch der der Buchung eines Hotels gilt: Einfach blind buchen kann schnell zu Enttäuschung führen. Es gibt bei AirBNB kein Sterne-System wie man es von Hotels kennt und es gibt keine Geld-zurück Garantie, nur weil ein Service fehlte den man erwartet hätte. Hier also eine kurze Checkliste für deine AirBNB Unterkunft in Kapstadt:

Wo liegt meine AirBNB Wohnung in Kapstadt?

Wer nah am Strand sein will, bucht in Seapoint oder besser noch in Camps Bay, Hout Bay etc. Wer es trendig mag, bucht in Woodstock. Wer es sicher mag, in Greenpoint und wer es urban möchte in CBD. Wer sich generell unsicher fühlt, aber im trendeigen Woodstock leben möchte wird vielleicht eine böse Überraschung erleben, denn selbst einheimische gehen dort Abends lieber nicht mehr zu Fuß raus.

Schaue dir die Lage deiner Unterkunft vorher auf der Karte an und recherchiere ob die Gegend dir zusagt.

Wie teuer ist meine Unterkunft in Kapstadt?

Grundsätzlich gilt: Im Winter zahlt man geringe bis normale Preise, im Sommer gibt es keine Obergrenzen mehr! Ich hätte für die gleiche Wohnung im Sommer das Dreifache der Miete im Winter gezahlt. In den meisten Fällen lohnt es sich den potentiellen Gastgeber zu kontaktieren und über den Preis zu sprechen, je nachdem wie lange man bleibt sind immer ein paar Euro Rabatt drin. Aufpreise ergeben sich vor allem nach Lage und Ausstattung. Die teuersten Gegenden sind CBD, Seapoint, Greenpoint, Camps- und Hout Bay. Günstig wohnt man in Woodstock, Observatory und in den Suburbs. Ich suche mir meist entweder etwas in Woodstock oder Seapoint.

Was muss ich im Winter bei AirBNB in Kapstadt beachten?

In Südafrika haben Häuser keine Zentralheizung! Zumindest meistens. Das hindert den Winter aber nicht daran, die Bevölkerung mit Temperaturen weit unter 15°C zu piesacken. Wer also im Winter in Kapstadt ist, sollte vorher in Erfahrung bringen, ob der Gastgeber eine mobile Heizung hat. Diese elektrischen oder mit Gas betriebenen heater können einen im Zweifelsfall wirksam vor einer Erkältung schützen!

Was dir AirBNB nicht bieten wird

AirBNB ist im Prinzip nur ein Marktplatz: Du buchst eine Unterkunft bei einem Gastgeber. Der Vertrag kommt also zwischen ihm/ihr und dir zu Stande. AirBNB vermittelt nur, ist also nicht für die Einhaltung der Absprachen verantwortlich. Wer das nicht mag, sollte nicht mit AirBNB buchen sondern auf ein Hotel zurückgreifen.

Weiter sind die wenigsten Angebote bei AirBNB gewerblicher Natur, sondern privat. Viele vermieten hier eine leer stehende Wohnung oder ein leer stehendes Zimmer unter um sich ein paar Rand dazu zu verdienen. Wer also Service wie im Hotel erwartet, also einen Concierge, einen Koch oder Frühstück am Bett wird vermutlich enttäuscht (Es sei denn man ist MEGA nett zur/zum Gastgeberi(n) 😉 )

Der Dienst ist zwar ein paar Jahre alt, aber das Prinzip der share economy ist für viele noch neu: Es gibt keine Garantien und es basiert mehr auf dem Goodwill der Community. Seid lieb zueinander!

Meine persönlichen Erfahrungen mit AirBNB in Südafrika

Nachdem ich AirBNB in Island schon mehrfach nutzte, bot es sich natürlich auch in Südafrika an. Ich war bisher insgesamt etwas über 9 Monate in Kapstadt und habe in der Zeit in 6 verschiedenen Wohnungen übernachtet. Mal ein paar Tage, mal mehrere Monate. Bei meinem Roadtrip von Johannesburg nach Kapstadt nutzte ich es nicht, da habe ich spontan gebucht was mir über den Weg lief.

Meine Erfahrungen sind durchweg positiv. Nicht ein einziges Mal hatte ich Probleme und ich habe mich immer wohl und gut aufgehoben gefühlt. Einige meiner Gastgeber habe ich als gute Freunde gewonnen, einmal wurde sogar ein bisschen mehr daraus.

Anfangs hatte ich ein Zimmer in Seapoint, später jeweils eine Wohnung und ein Zimmer in Woodstock und bei meinem letzten Aufenthalt ein Studio Apartment in Fresnaye, oben am Signal Hill. Freunden von mir hatten Zimmer oder Apartments in Bo Kaap und Simon’s Town. Sie waren ebenfalls sehr zufrieden.

Ich habe bisher also wirklich nichts Negatives zu berichten. Sollte es euch einmal irgendwo schlecht ergangen sein freue ich mich über Feedback, denn ich finde sowas sollte natürlich ebenfalls berichtet werden!

Die besten AirBNB Wohnungen in Kapstadt

Zuerst einmal möchte ich die Zimmer und Wohnungen vorstellen, in denen ich in Kapstadt nächtigte. Zwei der Wohnungen werden leider nicht mehr bei AirBNB gelistet, aber hier sind meine drei Lieblings-Unterkünfte in Woodstock:

Meine Lieblingsbleibe in Woodstock: Gamalielles Loft Room

Gamalielles loftiges Zimmer bei AirBNB

Gamalielles loftiges Zimmer bei AirBNB

Hier habe ich übergangsweise eine Woche verbracht und war sehr angetan. Das Zimmer ist offen und gemütlich. Gamalielle ist eine tolle Gastgeberin und ihr Dackel ist ein guter Ersatz für den fehlenden Fernseher! 😉

Ziemlich genau ein Jahr vorher habe ich ein paar Nächte in Lauras Doppelzimmer in Woodstock geschlafen.

Ein Blick in Lauras Wohnung bei AirBNB

Ein Blick in Lauras Wohnung bei AirBNB

Laura ist selbst begeisterte Reise und vermietet das Zimmer, manchmal auch die ganze Wohnung, am liebsten andere Reisende unter. Mit ihr habe ich mich oft und lang zum Thema Travel unterhalten.

Last but not least: Elinés viktorianisches Zimmer in Woodstock

Eliné vermietet das Zimmer unter, nachdem ihrer Mitbewohner auszogen um sich die Miete aufzubessern. Das Zimmer ist groß und sehr, sehr gemütlich! Das Haus liegt ziemlich gut an der Rodebloem Rd. von wo aus man mit dem MyCiti Bus sehr entspannt in die Stadt fahren kann.

So meldest du dich bei AirBNB an

Wenn du dich über diesen Link bei AirBNB anmeldest, bekommst du 23€ Guthaben für deine erste Übernachtung geschenkt.

Du solltest nach der Anmeldung zügig alle Formen der Verifikation durchführen, das schafft Vertrauen, gerade bei neuen Benutzern. Man kann sich per Personalausweis, Telefonnummer, Facebook und anderen sozialen Kanälen gegenüber AirBNB verifizieren. Der Gastgeber kann die Daten nicht einsehen, man sieht lediglich das du dich gegenüber AirBNB verifiziert hast.

Außerdem hilft es sehr, wenn du dein Profil möglichst detailliert ausfüllst und etwas über dich schreibst. Bedenke immer, deine Gastgeber sind Privatleute die ihre privaten Zimmer oder Wohnungen Anderen überlassen. Da hilft es sehr, denjenigen so gut wie möglich einordnen zu können. Das gesamte System basiert zu großen Teilen auf Vertrauen, welches sich relativ einfach aufbauen lässt.

Fazit zu AirBNB in Südafrika

Abschließend kann ich nur jedem empfehlen es mal auszuprobieren. Anfangs vielleicht nur ein oder zwei Nächte, so hält man das Risiko in Grenzen, dass es einem nicht gefällt. Die meisten meiner Freunde und Bekannten mochten das System und viele reisen heute exklusiv via AirBNB.

AirBNB bietet eine Abwechslung zum Hotel-Einheitsbrei und macht das Reisen für mich wieder spannend und abwechslungsreich. Gerade in Südafrika sind die Rahmenbedingungen wirklich gut und entsprechend finde ich es wirklich empfehlenswert!

Probier’s einfach mal aus! 🙂