Kapstadt – Meine besten Fotos aus Südafrika

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Deshalb habe ich mich entschlossen hier mal ein Format zu probieren in dem Text nichts verloren hat und ohne große Umschweife: Hier sind einfach mal meine Lieblingsbilder aus Kapstadt, 2014.

Weil ich oft gefragt wurde: Alle Fotos sind mit einer Canon EOS 700D aufgenommen worden.

Kapstadt

suedafrika-road-trip_2092 suedafrika-road-trip_2120

suedafrika-road-trip_2345

Seapoint ist der Stadtteil in Kapstadt direkt an der Promenade und lädt zu tollen Spaziergängen ein. Am besten man startet im Süden an der Promenade, zum Bespiel bei den Pools so gegen 18:00 Uhr und geht dann langsam die 2-4km hinauf zur V&A um dort den Sonnenuntergang bei einem Glas Wein zu genießen.

suedafrika-road-trip_2389 suedafrika-road-trip_2477
suedafrika-road-trip_2522 suedafrika-road-trip_2530

Wenn Kapstadt eines kann, dann Sonnenuntergänge… Am schönsten sind sie entweder an der Promenade, auf dem Tafelberg oder wer es etwas sportlich mag vom Lions Head aus gesehen. Auch der Signall Hill bietet gute Aussichten zur Abendstunde.

suedafrika-road-trip_2582

suedafrika-road-trip_2643 suedafrika-road-trip_2728 suedafrika-road-trip_2772

suedafrika-road-trip_2795

Bloubergstrand liegt etwas nördlich von Kapstadt und bietet am langgezogenen Strand eine tolle Sicht auf den Tafelberg. Man kann mit dem Bus oder Auto herkommen, tagsüber am Strand faulenzen und abends ein gutes Essen in einem der kleinen Restaurants am Strand genießen. Mein Tipp: On the rocks

suedafrika-road-trip_3026 suedafrika-road-trip_3035

suedafrika-road-trip_3060 suedafrika-road-trip_3112

Beliebter Abendsport: Joggen entlang der Promenade. Die Strecke bietet für jeden etwas, es gibt verschiedene Teilstrecken von Anfänger bis Profi.

suedafrika-road-trip_3195

suedafrika-road-trip_3316suedafrika-road-trip_3363suedafrika-road-trip_3759suedafrika-road-trip_4152

suedafrika-road-trip_4668suedafrika-road-trip_4780suedafrika-road-trip_4785suedafrika-road-trip_4841

suedafrika-road-trip_4844 suedafrika-road-trip_4885

Pinguine gibt es in Kapstadt selbst nur im Aquarium. Um Kapstadt herum gibt es allerdings trotzdem eine vielfältige Tierwelt: Von Delphinen über weiße Haie hin zu Walen. An Land sieht man oft Dassies, verschiedene Vögel und ab und zu Paviane an den Straßen (Bitte vorsichtig sein und nicht füttern!).

suedafrika-road-trip_4877

Der Tafelberg ist das Wahrzeichen der Stadt und beeindruckt mit einer grandiosen Aussicht. Man kommt entweder mit der Gondel hoch oder über verschiedene Wanderwege.

suedafrika-road-trip_5089 suedafrika-road-trip_5122

suedafrika-road-trip_5136 suedafrika-road-trip_5143

suedafrika-road-trip_5171

 

Mehr Eindrücke aus Südafrika

Wenn euch die Fotos gefallen haben könnt hier hier noch ein paar Infos zu Südafrika bekommen:

Tauchen in Kapstadt
Tauchen in Oudekraal bei Kapstadt

Safari in Welgedacht
Safari in Welgedacht in Südafrika

Lokale SIM Karte für Südafrika
Lokale SIM Karte für Südafrika

So funktioniert der MyCiti Bus in Kapstadt
Der MyCiti Bus in Kapstadt

Welgedacht

Welgedacht & Kevin Richardson – Wildes Südafrika

Wer nach Südafrika fliegt hat eine Station meistens schon vor dem eingentlichen Flug gebucht und vermutlich aus gutem Grund: Der Krüger Nationalpark gehört zu den größten und aufregendsten Nationalparks in ganz Afrika. Hier kannst du sie wahrscheinlich alle sehen, die Big Five: Tausende Elefanten, Impalas, Nashörner Löwen und Hyänen, Leoparden und Krokodile. Giraffen, Kudus und Zebras wirst du hier vermutlich täglich zu Gesicht bekommen und das nicht zuletzt wegen der vielen exzellent ausgebildeten guides welche dich durch den Busch führen.

Aber Moment: Wieso schreibe ich denn dauernd im Konjunktiv? Ich war doch monatelang in Südafrika und bin doch dort auch viel gereist und… ich war nie im Krüger Nationalpark. Ich wollte nicht dorthin und vielleicht werde ich niemals dort sein. Sorry to disappoint!

Welgedacht – Die Alternative zum Krüger Nationalpark

Als ich mich im Juni 2014 entschied einen Road Trip durch Südafrika zu machen, von Johannesburg nach Kapstadt, stand der Krüger zu keinem Zeitpunkt auf der Liste der Sehenswürdigkeiten die ich gerne anschauen wollte. Stattdessen hatte ich einen anderen Ort auf meiner inneren bucket list an seine Stelle gesteckt und musste dafür ein paar Kilometer Umweg nach Norden in Kauf nehmen: Welgedacht

Als ich in Johanesburg lande und meinen Mietwagen in Empfang nehme zieht es mich schon regelrecht an und ich verbringe keine einzige Sekunde damit Johannesburg zu erkunden. Mein Weg führt mich schnurstracks in Richtung Norden, in die Region um Pretoria. Ich habe mich eine Nacht im Tranquility Spa eingemietet und geplant am nächsten Tag dann weiter zu meinem zweiten Stop zu fahren. Es sollte ganz anders kommen, aber dazu später mehr.

Ich verfahre mich erstmal gehörig und lande auf irgendeiner Buckelpiste in’s Nirgendwo. Learning des Tages: Vertraue keinen GPS Koordinaten auf irgendwelchen Homepages. Glücklicherweise habe ich die Telefonnummer dabei und kann die Rezeption anrufen. Raymond, der Besitzer der Lodge sei gerade sowieso einkaufen und ich können ihn unter folgender Nummer auch direkt anrufen wird mir gesagt. Ich freue mich mehr und mehr eine lokale SIM Karte für Südafrika gekauft zu haben denn weder muss ich bei jeder Minute auf die Uhr schauen und mir Gedanken zu den Gebühren machen noch muss ich während der Fahrt auf Google Maps verzichten, denn Raymond nennt mir einfach den Namen des Supermarktes und der ist glücklicherweise einfach in der App zu finden. Wenige Minuten später schüttle ich Raymond die Hand und wir fahren gemeinsam zur Lodge.

Wir halten an einer Kreuzung, Raymond steigt aus und erklärt das es links zur Lodge geht und rechts in’s game reserve. Ich gehe davon aus, er sagt mir dies weil er nun noch weiter zum game reserve fährt und ich einfach nach links abbiegen muss. „Nein nein“, sagt er:“Ich wollte nur dein Gesicht sehen wenn ich dir den Löwen da neben dir im Gras zeige!“
Ich drehe mich um und keine 50cm von mir liegt – hinter einem Zaun – ein Waschechter Löwe und lässt sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Ich merke mir diese Stelle und einige Tage später sollte ich mich noch sehr darüber freuen…

Frühstück mit Giraffe

Die Lodge besteht aus mehreren kleinen Bungalows die in einem Halbkreis angeordnet sind und hinter denen sich die Ställe mit ein paar Pferden befinden. Auf der einen Seite sind die Bungalows für Besucher und auf der Anderen befindet sich das Haupthaus in dem Abends gegessen und zusammen gesessen werden kann. Morgens wird hier das Frühstück serviert und wem im Sommer zu heiß wird kann hier einen Sprung in den kleinen Pool zur Erfrischung nutzen.

Welgedacht

Welgedacht

Pferde in Welgedacht

Pferde in Welgedacht

Üblicherweise frühstückt man hier Giraffe. Entschuldigung, mit Giraffe! Seit einiger Zeit haben sich nämlich eine Giraffenmutter und ihr Pfohlen die Wasserstelle neben dem Haupthaus zum Frühstücken ausgesucht und so hat man eine schöne Aussicht auf die kleine Famlilie während hinter den Langhälsen die Sonne aufgeht.

Nach dem Frühstück holt mich Jeff ab, der heute mein Guide ist und das ist auch schon einer der Gründe warum ich hier bin: Wer im Winter nach Welgedacht kommt wird nicht allein sein aber auch weit davon entfernt was man ‚gut besucht‘ nennen könnte. Ich mag das, ich genieße es wenn ich mir einen Ort ohne große Tamtam anschauen und einfach genießen kann. Ich bin heute also mit Jeff und noch genau zwei weiteren Menschen im Busch unterwegs. Wir haben das ganze Areal für uns und Jeff kann sich jede Menge Zeit nehmen.

Giraffe

Giraffe

Giraffenzunge

Giraffenzunge

Er sieht Tiere auf Meilen die mir selbst wenige Meter vor der Nase verborgen bleiben und während wir anhalten und er uns von ihnen erzählt schweifen seine Augen immer über den Boden neben dem Wagen. Immer ist er auf der Lauer und immer ist er aufmerksam ohne dabei auch nur die geringste Form von aufgeregtheit zu zeigen. Jeff ist aus Johannesburg und macht derzeit seine Ausbildung zum Park ranger hier.

Lion whisperer: Kevin Richardsons wildlife sanctuary

Sein liebster Teil des Jobs wäre die Arbeit mit Kevin sagt er und obwohl ich noch immer davon ausgehe meilenweit davon entfernt zu sein weiß ich sofort wovon er spricht: Kevin Richardson. Der Lion Whisperer.

Wann immer ich Menschen von Kevin Richardson erzähle, haben sie keine Ahnung wovon ich rede bis einer in der Gruppe fragt:“Moment, ist das der Typ mit den Löwen auf Youtube.“ Ja, genau der ist das:

Na, schonmal gesehen? Top, dann wissen wir ja jetzt wovon wir reden.

Jeff erklärt mir, dass Kevin’s Löwen nur ein paar Kilometer von hier leben und das Sanctuary zu Welgedacht gehört. Bis jetzt war ich fest davon ausgegangen am nächsten Tag noch viele Kilometer nach Süden fahren zu müssen um dorthin zu gelangen doch nun gibt es eine Planänderung: Wir schauen uns heute noch Meg und ihre Kameraden an.

Meg die Löwin

Meg die Löwin

Lustige Träume in Welgedacht

Lustige Träume in Welgedacht

Leider ist Kevin an diesem Tag selbst nicht im Reservat und auch wenn Jeff die Käfige nicht betritt weiß er doch alles was es über die Tiere von Kevin zu wissen gibt. Zum Beispiel, dass bei den Hyänen die Rangfolge von den Damen abwärts führt, also das am höchsten stehende Männchen immer nich unter dem am tiefsten stehenden Weibchen rangiert. Ganz im Gegensatz zu den Löwen also.  In anderen Käfigen ist außerdem Platz für Leoparen und eben die Löwen. Zwei Rudel sind zu diesem Zeitpunkt vor Ort. Sie müssen getrennt voneinander gehalten werden weil es sonst zu Reibereien kommt.

Löwe mit Schlafzimmerblick

Löwe mit Schlafzimmerblick

„Wenn sie so ruhig da liegen möchte man einfach rein gehen, den Kopf auf ihren Bauch legen und ein Nickerchen halten.“, sagt Jeff mit ruhiger und bewundernder Stimme. „Aber dann würden sie einen halt auffressen. Nur Kevin darf rein.“

Save lions, save habitat!

An diesem Nachmittag lerne ich viel über die afrikanische Tierwelt und vor allem über die Großkatzen. Kevin spricht auch auf seinem Youtube Kanal und generell wo immer er kann das an, was den Löwen in Afrika und all diesen majestätischen Tieren überall sonst auf der Welt zu schaffen macht: Wir nehmen den Tieren den Lebensraum weg! Wir dringen schamlos und unaufhaltsam in ihre Heimat ein und nur dadurch kommt es überhaupt zur Konfrontation zwischen Menschen und Raubtieren.

Müde

Müde

Die Frisur sitzt

Die Frisur sitzt

You were sexy until I saw you pet a lion cub…

Wenn ich heute Fotos von Freunden sehe, auf denen sie mit einem Tiger kuscheln oder ein Löwenbaby streicheln möchte ich am liebsten sofort darunter kommentieren wie schlimm das ist und noch die eine oder andere böse Beschimpfung vielleicht. Ich halte mich aber immer zurück, denn ich möchte niemand seine Urlaubserinnerungen vermiesen. Jeff findet andere Worte.

Wenn jemand in Afrika ein Löwenbaby streichelt heißt das in den meisten Fällen, dass dieses 10 bis 12 Monate von einem reichen touristen in einem Gehege erschossen und danach Fotos mit dem Stiefel des ‚Jägers‘ auf dem Kopf seiner ‚Beute‘ gemacht werden. Canned hunting heißt dieses bizarre Schauspiel und es ist die Schattenseite der Medaille dieses Landes für die schönsten Raubtiere der Erde. Löwenkinder die regelmäßig mit Menschen interagieren können später nur schwer ausgewildert werden und Tiger die es erlauben, dass sich wildfremde Menschen mit dem Kopf auf ihren Bauch legen oder sie hinter den Ohren streicheln sind so mit Drogen vollgestopft, dass du genausogut ein Stofftier begrapschen könntest.

Auch wenn es dir schwer fällt: Sage Nein wenn dir jemand anbietet ein wildes Tier zu berühren! Mach lieber ein Foto und sei Stolz nicht Teil des Problems zu sein!

Baghira war auch da...

Baghira war auch da…

Mein erster Ausritt mit Vogelstrauß, Warzenschwein und viel Blut…

Da mein nächster Tag nun frei ist, muss ich mir eine Alternative aussuchen und ich entscheide mich etwas neues auszuprobieren: Reiten.

Raymond’s Frau reitet seit Jahren professionell und ist Reitlehrerin für einige Kinder aus den umliegenden Lodges. Am Nachmittag setze ich mich also mit ihr, dem Stallburschen und der kleinen Sophie (13) aus dem Nachbardorf zum ersten Mal auf ein Pferd. Nein, nicht auf eins, wir hatten alle unser Eigenes!

Die drei müssen sofort erkannt haben was für ein hoffnungsloser Fall ich sein würde und beschlossen heute ausschließlich trabend durch die Gegend zu schleichen. Auch das würde nicht viel helfen,aber dazu später mehr. Wir verlassen das Gehege um die Lodge und folgen den Pfaden in den Busch. Nach einigen hundert Metern sehen wir die ersten Warzenschweine durch die Wiesen flitzen und in der Ferne können wir die Löwen brüllen hören. Jeden Abend wird der Sonnenuntergang von dem lautstarken Gebrüll begleitet. Als wir nach einer kleinen Abbiegung vor einem kleinen Team von Straußen stehen, halte ich mein Pferd an und schaue mich fragend um. Die anderen traben einfach weiter, also versuche ich es ihnen gleich zu tun. Zwischenzeitlich muss ich allerdings unwissenderweise den Rückwärtsgang eingelegt haben und mein Pferd lässt sich einfach nicht mehr dazu überreden einfach nach vorne zu gehen. Nachdem wir gemeinsam das technische Problem gelöst hatten ging es also zurück zur Lodge.

Sonnenuntergang in Afrika

Sonnenuntergang in Afrika

Mein Hintern tat weh, meine Beine auch und mein Pferd hatte sich entschlossen mich vor der Lodge nochmal kurz in einem Dornenbusch zu parken. Auf dei Frage wie ich mich angestellt hätte antwortet Sophie wohlwollend:“Ziemlich scheiße.“ Dankeschön!

Als ich absteige schauen die anderen Besucher mich an, als wäre ich ein Gespenst. Ob es mir gut gehe, fragt Eine und ein Anderer ob ich von etwas angefallen worden war. Nein, nein. Alles gut, glaube ich. Als ich an mir herunter schaue, verstehe ich schalgartig warum diese Fragen aus den offenen Mündern kommen: Mein T-Shirt ist von oben bis unten in Blut getränkt bis hinunter zu meiner Hose auf der ein weiterer riesiger Blutfleck ist. Ich gehe direkt in meinen Bungalow, wasche mir die Arme und entdecke irgendwann auch wo es mich erwischt hat: Ein Dorn muss meinen Unterarm der Länge nach aufgerissen und dabei eine Aterie erwischt haben. Es blutet zwar nicht mehr, aber das Loch ist noch gut zu erkennen.

Reiten ist übrigens Scheiße…

Brüll Löwe, brüll!

Am nächsten Tag steht die Weiterreise in Richtung Süden an. Ich fahre langsam die hügelige Straße entlang und erinnere mich an den Löwen vom ersten Tag. Ich halte kurz an, schaue mich um, sehe aber nichts. Dann vibriert der Boden und ich zucke zusammen. Ohrenbetäubender Lärm, irgendwo vor mir.

Brüll, Löwe... Brüll!

Brüll, Löwe… Brüll!

Dann Ruhe.

Ich schaue mich um, sehe immer noch nichts und entscheide mich auf dem Zaun vor mir zu steigen. Ich ziehe mich anden dicken Stämmen hinauf in einen Baum der neben dem Gatter steht und richte mich auf. Vielleicht 8-10m vor mir steht ein Löwe hinter einem Busch und schnauft angestrengt. Kurz. Dann, wenige Minuten nach der ersten Ansage brüllt er erneut los und es geht mir in Mark und Bein. Ich habe schon oft Löwen gesehen. Die traurigen Zeitgenossen im Zoo, die auf und ab renen und dabei mit leeren Augen in die Gegend starren.

Dieses Exemplar hat nichts von diesen traurigen, leeren Hüllen. Es fühlt sich an, als würde er seinen gesamten Körper dazu nutzen, einen Ruf wie ein Erdbeeben zu beginnen und als würde er jeden Kubikzentimeter Luft in seiner Lunge in sein Gebrüll pressen.

Ich verlasse diesen Ort, etwas schlauer und mit etwas mehr Respekt und mit einem Lächeln auf den Lippen.

Nature's valley

Nature’s Valley in Südafrika – Der dritte schönste Ort auf der ganzen weiten Welt

Das Erste Mal, dass ich einen schönsten Ort auf der ganzen weiten Welt sah, war Port an Eorna in Schottland.

Der zweite schönste Ort auf der ganzen weiten Welt liegt in Neskaupstaður in Island.

Ich setze meine dritte Nadel für einen schönsten Ort auf der ganzen weiten Welt nach…

Nature’s Valley, Südafrika

Eine knappe Woche bin ich nun in unterwegs. Mein Roadtrip durch Südafrika hat mich vom Norden des Landes, bei Pretoria, über die Einöde bei Lesotho zur Küste gebracht. Vom Addo Elephant Park, über Jeffrey’s Bay führt mein Weg mich vorbei an Knysna wieder in Richtung Kapstadt.

Nachdem ich von einem kurzen Stop in Knysna nicht sonderlich positiv überrascht wurde, bin ich skeptisch und überlege die Fahrt über Nacht fortzusetzen um so früh wie möglich wieder in Kapstadt anzukommen.

Ich fahre an einer Kreuzung vorbei, auf der ein Schild ‚Nature’s Valley‚ ausweist und noch im gleichen Moment wird mir klar: Egal wie lange es nun dauert bis ich eine Gelegenheit zum Wenden bekomme, ich werde diesen Ort besuchen. Ich wende nur ein ein paar Meter weiter, einfach auf der Straße.

Der Weg in’s Tal führt über eine sich windende Passstraße, zwischen riesigen Bäumen hindurch in denen man die Vögel zwitschern und die Affen brüllen hört. Das Wetter ist den ganzen Tag über wechselhaft, aber hier auf dem Weg hinab ist es sonnig und warm.

Als ich unten ankomme erwartet mich ein kleines Dorf. Eine Ansammlung von ein paar dutzend Häsuern und ein See. Der am Meer liegt.

Nature's Valley in Südafrika

Nature's Valley in Südafrika

Langsam fahre ich mit offenem Mund am See entlang und schaue Richtung Meer. Der Himmel ist wolkenverhangen und düster. Die Stimmung ist schön bedrückend. Manchmal kommen einsame Regentropfen vom Himmel, die verwirrt und verloren wirken.

Nature's Valley in Südafrika

Nature's Valley in Südafrika

Ich parke mein Auto und stapfe durch den nassen Sand in Richtung Meer. Man kann die Wellen brechen hören, den Wind über den Sand streifen und man sieht die Wassertropfen die er am oberen Rand der Wellen ab- und davon trägt.

Als ich die kleine Anhöhe im Sand passiert habe sehe ich den Umriss einer Person, die mit den Händen in den Manteltaschen und versachränkten Beinen am Wasser steht. Ihre Haare wehen wild durch die Welt und ihre Gedanken folgen ihnen so offensichtlich wie nichts anderes.

Nature's Valley in Südafrika

Ich fühle mich augenblicklich schuldig, ihr diesen Moment nicht überlassen zu können. Ich könnte umdrehen und ihr das alles hier schenken. Das Gefühl, allein am schönsten Ort der Welt zu sein, ohne eine andere Menschenseele und ohne das hier teilen zu müssen. Aber so selbstlos bin ich heute nicht. Dieser ruhige, schönste Ort auf der ganzen weiten Welt ist in dieser Sekunde zum emptionalen Schlachtfeld geworden und ich kann nicht anders als es erhobenen Hauptes zu betreten.

Nature's Valley in Südafrika

Als sie sich umdreht und unsere Blicke sich treffen, verabschieden wir uns schnell. Danke!

Nature's Valley in Südafrika

Dank Google könnt ihr Bilder von anderen Menschen sehen, die dort waren. Viel Spaß:

Nature’s Valley auf Google Maps

Hier gibt es dann günstige Flüge nach Südafrika mit um sich diesen Ort selbst anzuschauen!

 

Was war euer erster schönster Ort auf der ganzen weiten Welt?


…meine Lieblings-schönste-Orte-Geschichten woanders:

Carolin findet Madrid ist eine unterschätzte Stadt

Bruder Leichtfuß geht auf Nordlichtjagd

Marianna’s absolute Lieblingsstadt ist Mumbai

 

Tauchen in Oudekraal bei Kapstadt

Tauchen in Kapstadt

Tauchen und Kapstadt, das gehört zusammen wie Südafrika und Sonne. Egal ob Anfänger oder fortgeschrittener Taucher, Freizeit oder Tec. Das Meer in dieser Region bietet tolle Bedingungen für unvergessliche Tauchgänge.

Weltbekannte Hotspots wie Durban und Sodwana sind zwar nur eine Tagestour mit dem Auto (oder ein einstündiger Flug) entfernt, aber auch in Kapstadt selbst gibt es dive spots die Freude am Tauchen machen.

Man sollte immer bedenken, dass die Bedingungen hier alles andere als einfach sind. Der Seegang ist oft stark, das Wasser (insbesondere im Atlantik) ist meist sehr kalt und die Unterwasserwelt ist nicht so farbenfroh wie man das vielleicht aus dem Osten des Landes oder gar Ägypten gewohnt ist. Üblicherweise taucht man in einer Kombination aus langem und kurzem Wetsuit, sodass man in knapp 10mm Neopren verpackt ist. Handschuhe und eine Haube sind meist unverzichtbar. Die besten dive spots erreicht man entweder über steile Abhänge die es in kompletter Ausrüstung zu begehen gilt, oder mit dem Boot. Es gibt allerdings auch einige leicht zugängliche Spots.

Wer noch keine besitzt sollte spätestens jetzt darüber nachdenken eine GoPro Kamera anzuschaffen. Die kleine Version ist vollkommen ausreichend und kommt von Hause aus in einem bis 40m wasserdichten Gehäuse.

In der Kapregion treffen zwei Ozeane aufeinander, der Atlantik und der indische Ozean treffen sich am Kap Augulus. Der Atlantik kommt eiskalt daher und kann mit Temperaturen unter 8°C alles andere als einladend sein. Der indische Ozean ist warmherziger und erfreut Taucher, Surfer und Schwimmer auf der Ostseite oft mit Temperaturen jenseits der 20°C. Kapstadt liegt am Atlantik, formt aber eine kleine Bucht – die False bay – in der sich das Wasser ebenfalls oft auf Temperaturen jenseits der 20°C aufwärmt. Wenn die einheimischen also davon sprechen „False bay side“ oder „Indian ocean side“ zu tauchen, meinen sie die Region bei Muizenberg wo warmes Wasser zu finden ist. Sprechen sie von „Atlantic side“, wird es vermutlich kalt.

Um die Kapregion gibt es viele gesunkene Schiffe in unterschiedlichsten Tiefen. Es gibt gut erhaltene Wracks, deren Führerhäuser man durchtauchen kann und ebenso am Grund zerborstene Schiffe die sich über eine weite Fläche verteilen. Für manche Wracks muss man einen PADI Advanced OWD (oder vergleichbares Brevet) haben, da sie weit jenseits der 18m Marke verborgen liegen.

Alle hier vorgestellten Tauchspots sind geschützte Gebiete, also Marine Protected Areas, für die ihr ein MPA Permit braucht. Das bekommt ihr am leichtesten in einem der Tauchcenter in Kapstadt.

Ein abschließender Tipp: Autos von Tauchern sind bei Dieben beliebt, vermutlich weil die Wahrscheinlichkeit groß ist darin Wertsachen vorzufinden. Es gilt dieselbe Regel wie sonst auch: Keine Wertsachen im Auto lassen!

Tauchen auf der Atlantikseite von Kapstadt

Sandy’s

Sandy’s beach oder auch Sandy’s cove ist einer der beliebtesten Tauchspots in Kapstadt. Als Teil des Tauchgebiet Oudekraal liegt er etwa 15km südlich vom Stadtkern und ist mit dem Auto in unter 30 Minuten zu erreichen. Am besten man fährt einfach zum 12 Apostel Hotel, dreht in der Einfahrt zum Parkhaus und parkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Der dive spot zeichnet sich vor allem durch mehrere große Tangwälder (Kelp forrest) aus und hier finden sich neben vielen großen und kleinen Fischen häufig Rochen und kleine Haie.

Die kleinen Haie sind Puffadder Shy Sharks und werden von den einheimischen auch Happy Eddy genannt. Wer Angst vor Haien hat, wird oft den Spruch „Die haben mehr Angst vor dir, als du vor ihnen“ gehört haben. In diesem Fall ist das definitiv wahr: Wenn man Happy Eddy zu nah auf die Pelle rückt wird er sich wie ein Donut aufkringeln und seine Schwanzflosse vor seine Augen legen.

Seehunde am Strawberry rock

Ebenfalls Teil der Umgebung um Oudekraal sind die Strawberry rocks. Ihren Namen haben sie, weil die Felsen voll mit Seeigeln sind die sie ein wenig pelzig aussehen lassen. Wie die Härchen an Erdbeeren eben.

Der Teil der Felsen welcher aus dem Wasser herausragt ist frei von Seeigeln, dafür bei gutem Wetter aber von Seehunden bevölkert die sich in der Sonne räkeln. Schwimmt man einmal um den Felsen herum, kann man auf einer Tiefe von 4–5m mit den im Wasser verweilenden Seehunden auf Tuchfühlung gehen. Hier merkt man, dass sie nicht nur im Namen sondern auch in der Verhaltensweise mit den am Land lebenden Vierbeinern Gemeinsamkeiten besitzen. Neugierig und spielerisch interagieren sie mit Tauchen, knabbern gerne mal an Flossen und freuen sich über die Luftblasen die man mit einem freien Atemregler generiert.

Für diesen Tauchspot sollte man einigermaßen fit sein, da man relativ weit schwimmen muss, hin und auch wieder zurück. Wer nicht in guter körperlicher Verfassung ist sollte das unbedingt vorher sagen bzw. überlegen eine Bootsfahrt von Hout Bay zur Seal Island zu buchen.

Justin’s caves

Auch Justin’s Höhlen befinden sich gegenüber des 12 Apostel Hotel in Oudekraal und bieten eine fantastisch bunte Unterwasserwelt. Hier gibt es viele bunte Seeigel, Crayfische (Hummer), Quallen, kleine Rochen und Haie. Der Name ist ein wenig irre führend: Richtige Höhlen gibt es hier nicht aber einige schöne swim throughs und overhead compartments.

Man sollte vor dem Tauchgang hier die Oberfläche des Meeres genau anschauen: Wenn sich zu viel Schaum (white whash) um die Felsen bildet, sollte man lieber auf Sandy’s ausweichen. Starker Wellengang kann an diesem Tauchspot sehr gefährlich werden.

Antipolis Wrack

Last but not least, hat Oudekraal mit der Antipolis auch noch ein Schiffswrack zu bieten. Spätestens jetzt dürfte klar werden, warum diese Region bei Tauchern so beliebt ist.

Die Antipolis wurde 1977 in diese Gegend geschleppt. Starke Winde ließen die Schleppseile reißen und das Schiff stranden. Die oberen Teile wurden zwischenzeitlich abgeschnitten, nur bei sehr niedriger Tide kann man das Wrack noch von der Straße aus erkennen.

Der Tauchgang wird einen hier bis zu 10m tief bringen, die Temperaturen können von 7–8°C bis über 20°C variieren. Meistens wird es dort eher kalt sein. Man sollte wie immer beim Wracktauchen auf scharfe Kanten und herumliegende Gegenstände achten.

In False Bay tauchen

Oktopusse am Long beach

Der long beach bei Muizenberg ist für mich der angenehmste Tauchspot Kapstadts, zumindest im Bezug auf Wassertemperatur und Einstiegstkomfort.

Man parkt auf einem weitläufigen Parkplatz, hat direkten Zugang zu Toiletten und Duschen und kann nach dem anlegen des Equipment über einen schönen Sandstrand direkt in’s Wasser einsteigen. Eine Pipeline dient als Einstiegspunkt, an der entlang man sich den Weg suchen kann.

In den Betonklötzen entlang der Pipeline haben sich Oktopusse eingenistet. Man kann sie meist gut von oben sehen, sie werden ihre Behausung aber nur selten verlassen. Bitte denkt daran, nicht nur weil es eine marine protected area ist, die Tiere in Ruhe zu lassen.

Am Ende der Pipeline lohnt ein Blick hinein, hier sitzen oft kleine Shy sharks oder auch Pyjama sharks, es ist hilfreich eine Lampe dabei zu haben.

Auf halber Strecke zwischen dem Ende der Pipeline und dem Einstieg befindet sich rechts (wenn auf den Strand zuschwimmend) ein kleines Bootswrack, welches man sich noch anschauen kann.

Bitte haltet euch, vom Strand aus gesehen, immer links von der Pipeline. Rechts befindet sich ein Marinestützpunkt und dort ist man wenig angetan von Besuchern.

Cow sharks am Pyramid rock

Der für mich mit weitem Abstand spannendste Tauchgang in Südafrika war das Tauchen mit Haien am pyramid rock. Hierher gelangt man, indem man vom long beach weiter südlich fährt und südlich von boulders beach die kleine Straße zum Bootseinlass herunterfährt.

Hier ist auch der Einstiegspunkt von dem aus man zu den Tangwäldern hinaus schwimmt. Sobald man diese unter sich erkennen kann, sollte man abtauchen und sich in der Nähe des Meeresbodens aufhalten.

Die hier anzutreffenden Kammzähnerhaie (Cow sharks) werden mehr als 3m lang und über 100kg schwer. Die Haie sehen aus wie alte Herren mit fehlendem Gebiss, sind also durchaus auch vom Äußeren her eher friedlich. Sobald ihr auf dem Meeresboden seid, sollte es maximal 5–10 Minuten dauern bis einer an euch vorbei zieht.

Auch wenn diese Tiere unglaublich friedfertig sind und ich von keinem einzigen Vorfall mit Tauchern weiß, bitte lasst die Finger von ihnen. Sie kommen von alleine sehr nah zu den Tauchern, sodass man tolle Fotos und Videos machen kann. Es gibt also gar keine Notwendigkeit sie zu jagen oder anzufassen.

Wer ein wenig Angst vor Haien hat, sich dieser aber stellen möchte: Hier ist ein toller Ort das zu tun.

Windmill

Windmill ist – ähnlich wie Long Beach – ein sehr entspannter Tauchspot. Der Weg führt einen an Pinguinen vorbei zum Strand von welchem aus man an den im Wasser liegenden Felsen entlang tauchen kann. An den Felsen gibt es bunte Korallen, Seeigel und einige kleine und große Fische. Nahe am Strand gibt es ein paar größere Tangfelder und kleine Steinblöcke unter denen sich Crayfische und Seesterne verstecken.

Ein guter Einsteigertauchspot.

M.V. Rockeater

In der Smitswinkel Bay gelegen, ist die MV Rockeater eines von fünf gesunkenen Schiffen. Da das Wrack mit einer Tiefe von bis zu 35m jenseits der 18m für Einsteiger liegt, sollte ein entsprechendes Brevet vorliegen (bspw. PADI Advanced Open Water).

Das Schiffswrack ist komplett intakt und kann wunderbar erkundschaftet werden. Wer sich entsprechend auskennt kann sicher auch versuchen hinein zu tauchen. Wir sind außen geblieben, bis auf einen kleinen Abstecher durch’s Führerhaus.

Die Sicht variiert stark und kann zwischen 5 und 10m liegen, meist ist die Sicht allerdings relativ schlecht, was auch der Tiefe geschuldet sein dürfte. Es lohnt sich in jedem Fall eine Tauchlampe mitzunehmen.

Das Wrack muss mit dem Boot angesteuert werden, hierbei hilft euch eines der lokalen Tauchcenter in Muizenberg.

Fazit

Tauchen in Kapstadt ist etwas für sportlich ambitionierte Taucher, es ist nicht vergleichbar mit Tauchgängen in tropischen Gewässern oder deutschen Seen. Wenn man dies berücksichtigt, kann man hier fantastische Tauchgänge erleben und eine tolle Zeit haben.

Die beiden Tauchcenter die ich aus persönlicher Erfahrung empfehlen kann sind das Into the blue scuba dive center in Sea Point und Down south scuba in Muizenberg. Beide arbeiten eng zusammen, sodass ihr eine Vielfalt an Angeboten wahrnehmen könnt. Solltet ihr hier einen Tauchgang buchen sagt Hallo von mir und bitte vergesst nicht den DMs ein nettes Trinkgeld zu geben!

Mein Lieblingstauchspot in Kapstadt war Pyramid Rock, dicht gefolgt von Strawberry Rock. Ich mag es eben sehr, mit großen Tieren interagieren zu können und Seehunde sowie Haie gehören definitiv dazu. Wann immer ich konnte habe ich versucht auf false bay side zu tauchen. Auch wenn die Anfahrt mit einer guten Stunde etwas länger ist, fand ich das nicht schlimm da man die ganze Zeit eine tolle Aussicht über die Kapregion hat.

Ich freue mich auch sehr über Feedback, wenn ihr da ward oder vorher Fragen habt!