Holy shit: Ich lebe euren Traum!

Neulich hat ein guter Freund über Bucketlisten geschrieben und seine eigene angefügt. Ich wollte sowas auch immer mal machen, aber irgendwie habe ich zu viel Angst davor das diese Liste wie die der meisten anderen Endet: Zu etwa einem Drittel abgehakt während sie geschrieben wurde und die anderen zwei Drittel stumme Zeugen davon, dass vieles eben doch niemals passieren wird.

Es gibt sicherlich ein paar Dinge die ich gerne mal machen würde aber mir ist auch klar, dass die meisten davon vermutlich nicht passieren werden. Alltag, Budget, Interessenverschiebungen. Es gibt so viele, teilweise wirklich gute Gründe warum man einen Punkt auf der eigenen bucket list niemals abhaken wird, dass ich gar keinen großen Sinn darin sehe diese überhaupt aufzuschreiben.

Da ich mich gerade in einer kleinen persönlichen Sinnkrise befinde und letztlich oft unmotiviert und unzufrieden war, nahm ich diese Listen aber zum Anlass mal zu reflektieren und zu überlegen ob ich nicht doch so etwas wie eine temporäre bucket list anlegen sollte.

Ich bin also alle verlinkten Bucketlisten gefolgt und habe irgendwann angefangen, sie alle in meinen Texteditor zu kopieren. Nun hatte ich also die ultimative bucket list und stellte fest: So manches davon habe ich schon hinter mir. Ziemlich viel sogar! Heilige Scheiße, dachte ich, ich lebe ja euren Traum! 😉

So, here goes: Was ich schon alles von euren Bucket Listen abhaken konnte:

Ein Buch schreiben

Ich habe vor ein paar Tagen mein Island eBook herausgebracht.

Island eBook

Meine Surf-Fähigkeiten ausbauen

2014 war ich zum Surf Worldcup in Jeffrey’s Bay. (Also, am selben Ort zur selben Zeit und auch mit einem Surfbrett 😉 )

Surfer in Jeffrey's Bay

Surfer in Jeffrey’s Bay

Polarlichter sehen

Ich war von Februar bis Mai 2015 für meine Tauchlehrerausbildung in Island und bin sogar unter einem mit Nordlichtern behangenen Himmel tauchen gewesen.

Klettern lernen

Ich war mal mit einer guten Freundin beim Toprope Klettern und auch am Bouldern habe ich mich versucht. Macht mir beides keinen besonderen Spaß und daher werde ich es auch nicht nochmal machen.

In den heißen Quellen in Island baden

Ich war in heißen Quellen, in einem heißen Fluss und ich habe sogar an heißen Quellen in 35m Meerestiefe getaucht.

Baden im heißen Bach im Reyjadalur

Baden im heißen Bach im Reyjadalur

Eine Fernwanderung machen

Zählt vielleicht nicht, aber ich war 2011 mit dem Mountainbike in Schottland um den West Highland Way zu befahren und dabei musste ich oft mehr tragen als fahren zu können.

Conic hill downhill

Conic hill downhill

Richtig kraulen lernen

Awww yeah! 😉

Mich selbstständig machen

Schon immer gewesen, mit kurzen Unterbrechungen als Angestellter.

Krabben pulen in Ostfriesland

Mit meinem Dad bin ich jedes Jahr zu Karneval nach Ostfriesland geflohen und da haben wir auch die ein oder andere Krabbe gepult.

Jedes Bundesland in Deutschland besuchen

Check.

Nach Portugal fahren

2012 war ich für meinen damaligen Arbeitgeber eine Woche in Porto, ein wunderschönes kleines Städtchen an der Küste. Sollte man sich unbedingt auch als Alternative zu Lisabon überlegen.

Sonnenuntergang in Portugal

Sonnenuntergang in Portugal

San Francisco besuchen

2013 war ich für 10 Tage in der Stadt und hoffe bald mal wieder dorthin zu kommen.

Die Seehunde in Fisherman's Wharf in San Francisco

Die Seehunde in Fisherman’s Wharf in San Francisco

Roadtrip durch Kalifornien

2-3 Tage die Küste runter und durch die Winelands.

 

Eine Woche kein iPhone

Ich habe Android. Aber ja, ich habe auch schonmal eine Woche ohne Smartphone verbracht.

Eine Smartphone App programmieren

An der Uni habe ich eine second screen App zur Verbindung von Twitter und TV gebaut und verschiedene Machbarkeitsstudien für die Telekom gemacht. Privat habe ich letztlich an einer Android App gebaut und beruflich ist das auch ein Thema bei mir.

Programmieren lernen

Java & PHP

Eine (leichte) Taucherausrüstung kaufen

Klammern wir mal ‚leicht‘ aus, denn das ist ziemlich relativ 😉 Ich habe mich gegen ein Reise-BCD entschieden weil ich integriertes Blei wollte. Außerdem habe ich einen Drysuit und dann ist ‚leicht‘ eigentlich nicht mehr wirklich machbar. Ich bin super zufrieden mit meiner Tauchausrüstung, die sich in 3 Monaten Island beim Tauchen in eiskaltem Wasser wirklich bewährt hat.

Mein Englisch perfektionieren

Ich spreche mittlerweile ungern Deutsch, kein Witz. Die letzten 12 Monate habe ich fast ausschließlich Englisch gesprochen, sowohl in Afrika als auch Island. Beim Tauchen habe ich deutsche Kunden gebeten auf Englisch mit mir zu sprechen, weil ich es unhöflich finde in einer Gruppe nicht die Sprache zu nutzen die alle verstehen können. Ehrlich gesagt fände ich es großartig wenn Englisch einfach global die erste bzw. Amtssprache würde und die gleiche Priorität wie die Landessprache hätte. Sprachbarrieren sind aus meiner Sicht in einer globalisierten Welt unerträglich!

Ein Start-Flugticket irgendwohin nehmen und von da aus einen Trip starten

Mehr als einmal. Der beste war 2013 Mexiko – USA – Kanada – Island – Deutschland. Die beste Reise meines Lebens, glaube ich.

Unter einem Wasserfall duschen

Ich war nicht nackt wie sonst beim Duschen (Shocking!), aber geduscht wurde ich trotzdem 😉

Baden unterm Wasserfall in Island

Baden unterm Wasserfall in Island

Ein paar Monate in einem anderen Land leben

3 Monate Mexiko, 6 Monate Südafrika, 1 Monat USA, 5 Monate Island

Eine Fotosafari in Afrika machen

Eine in Welgedacht und noch eine im Addo Elefantenpark in Südafrika.

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Tauchen lernen

Angefangen habe ich im Juli 2014 in Kapstadt und seit Mai 2015 bin ich PADI Divemaster. Den Instruktor werde ich vmtl. nicht machen, obwohl es mich schon sehr reizt

Whale Watching, wo auch immer

In Husavik, auf Island. Unglaublich schön!

Auf der Golden Gate Bridge stehen

Check.

Die Freiheit zu haben, jederzeit kündigen zu können

Aww yeah! 😉

Betreff: Kündigung ;-)

Betreff: Kündigung 😉

So richtig gut schwimmen lernen

Teil der Tauchausbildung.

Der Mentor irgendeiner Person zu sein

Ich hoffe, dass ich für ein paar Leute in meinem ersten Team das ich gleitet habe ein Mentor war.

Meiner größten Angst ins Auge sehen und einen Fallschirmsprung wagen

2013 in San Francisco. Ich hatte aber überhaupt keine Angst, wirklich nicht. Könnte dran liegen, dass ich einfach keine Kontaktlinsen an hatte an dem Tag 😉

Fallschirmspringen? Check!

Fallschirmspringen? Check!

Einen aktiven Vulkan besteigen

In Island, leider keine Lava gesehen.

Bis Anfang 2015, 20.000 Euro gespart haben

Check.

Einen eigenen Blog haben

Zwei sogar! Diesen hier und ein Blog über Island.

Lernen, Gitarre zu spielen

Ich kann einen Riff spielen. Wenn man sich clever anstellt reicht das um Frauen zu beeindrucken… 😉

Irgendwann, wenn auch nur für kurze Zeit, in Berlin leben

Ich habe seit 2011 meine Homebase in Berlin.

Die süßen Pinguine in Kapstadt besuchen und die wunderschöne Gardenroute entlangfahren. Direkt an der Camps Bay gibt es so tolle Gästehäuser zum Übernachten

In Bettys Bay gewesen und am Boulders Beach. Die Garden Route bin ich auch entlang gefahren und in Camps Bay war ich auch ab und zu.

In Mexiko eine Kirche besuchen und dort die außergewöhnliche Atmosphäre in mich aufsaugen. Liegen dort wirklich auf dem gesamten Boden Tannennadeln?

Die Kirche in der ich war, war vor allem krumm. Das liegt daran, dass Mexiko Stadt auf einem Sumpf gebaut wurde und alle Gebäude langsam umkippen. Tannennadeln habe ich keine gesehen.

In New York im Central Park vor diesem riesigen, geschmückten Weihnachtsbaum Schlittschuhlaufen und anschließend mein ganzes Geld beim Adventsshopping auf den Kopf hauen

Ich hatte keine Schlittschuhe an weil mir das zu kitschig war und ein bisschen Geld habe ich auch wieder mit nach Hause gebracht aber ich war Ende 2013 zur Weihnachtszeit in New York und es war magisch!

Weihnachten in NYC

Weihnachten in NYC

In den heißen Quellen von Island baden und mindestens einen dieser wunderschönen Wasserfälle besuchen

Check und Check.

Snowboarden in Kanada

Bei meinem Road Trip von Vancouver nach Norden habe ich auch Halt in Whistler gemacht und bin im Backcountry die nicht-Pisten runter geballert. UN-GLAUB-LICH!

Eine mehrtägige Bergtour machen (Alpen, Allgäu oder Dolomiten)

In den schottischen Highlands, mit dem Mountainbike. Bergwandern zu Fuß wär glaube ich nicht so meins.

Mexiko: Día de los Muertos in Mexiko feiern

Check! Ich weiß nur nicht mehr ob das in Mexiko Stadt oder in Cancun war. Die Feierlichkeiten strecken sich über ein paar Tage wenn ich mich richtig erinnere.

Auf Safari gehen / Grundsätzlich mehr Tiere in freier Natur beobachten

In Südafrika in den Nationalparks, in Island beim Whale watching, beim Tauchen.

In Stockholm und Kopenhagen stylische Dinge entdecken

Ich war 2013 in Stockholm und da kacken sogar die Hunde stylisch auf den Boden Leute!!!

Endlich mal nach Südamerika reisen

Meine erste Interkontinentalreise, 2011 für meinen damaligen Arbeitgeber nach Brasilien. Ich hatte keine Ahnung wie Langstreckenflüge funktionieren und habe kein Getränk genommen und auch nichts gegessen, denn ich dachte das muss ich dann bezahlen.

Wissen, wie sich freier Fall anfühlt

Fühlt sich gut an! Muss ich unbedingt mal wieder machen!

Indien

2012 war ich für zwei Wochen in Neu-Delhi und habe auch das Taj Mahal besuchen können. Indien ist ein Land das ich gerne nochmal als Tourist besuchen möchte, im Norden und im Süden.

Begeisterung am Taj Mahal in Indien

Begeisterung am Taj Mahal in Indien

Mitglied einer gemeinnützigen Organisation werden

Ich war mal Mitglied beim Chaos Computer Club und ich habe mal einen Karnevalsverein mitgegründet (lange Geschichte!!!)

Bei heftigem Gewitter mit jemandem auf einer Wiese tanzen

<3

Eine private Pflege- und Berufsunfähigkeitsversicherung

Ich bin halt so ein krasser Draufgänger!!!

Eisberge aneinander krachen hören

In Island.

Einmal die Zeche prellen

War nicht mit Absicht.

Einen Autoreifen wechseln

Zuletzt in Island beim Tauchen.

Ins Taxi setzen und dem Fahrer zubrüllen „Folgen Sie dem Wagen!“

Auf den Philippinen. Eine legendäre Partynacht mit Kollegen, Hangover-style.

Surfen lernen und dabei nicht den halben Ozean schlucken

Ich habe gar kein Wasser geschluckt. Ob ich jetzt wirklich surfen kann überlasse ich mal meinem Surflehrer zu entscheiden 😉

Knutschen, am besten mehrmals

Ja, aber bei weitem nicht mehrmals genug!

Einen neuen (einsamen) Badesee finden

Check.

Vielleicht ausnahmsweise mal braun werden

2013 in Mexiko war ich erst rot wie ein Hummer und dann beinahe schwarz. 2014 durch Südafrika ähnlich. Einen einsamen Badesee habe ich im Norden Berlins gefunden und versuche mich grade zu erinnern wo der genau war um dieses Wochenende vielleicht wieder dahin zu fahren. SO EINSAM UND GEHEIM WAR DER!!!

Mindestens einen Film mit einer analogen Kamera belichten

Relativ lange her aber ich kann mich an eine Skireise erinnern von der ich noch Analogfotos habe und auf einer Hochzeit im Jahr 2012 hatten wir so Einmalkameras mit denen wir auf der Toilette alle Fotos von unserem… ach lassen wir das 😉

An die Ostsee fahren

Rügen? Check!

Auf einem Parkhausdach sitzen und den Sonnenuntergang angucken

Mindestens einmal im Jahr auf dem Klunkerkranich in Berlin

Bis zum Sonnenaufgang wach bleiben

Letzte Woche.

Freibadpommes essen. Es gibt keine besseren Pommes als Freibadpommes!

Stimmt. Habe ich das letzte Mal allerdings vor 2 Jahren gemacht, an einem Badesee in Brandenburg.

New York City besuchen

Ich war im Dezember 2013 für eine Woche in New York und hatte eine großartige Zeit. Ich war zwar unglaublich reisemüde und wollte eigentlich einfach nur entspannen, aber das ging zu meiner Überraschung unglaublich gut. NYC zur Weihnachtszeit ist wirklich toll!

Kunst im Guggenheim Museum

Kunst im Guggenheim Museum

Meinen neuen Blog launchen

Anfang Juni habe ich mein Islandblog gestartet.

Planlose Langzeitreise

Ich reise eigentlich immer relativ planlos. 2013 war aber die erste Reise ohne Rückflugticket und ohne konkretes Rückkehrdatum. Es wurde nachher eine 4 monatige Reise durch Zentral- und Nordamerika sowie Island daraus.

Von überall auf der Welt aus arbeiten können

Check.

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Whale watching in Husavik, Iceland

Die Deutsche Version findet ihr bei den Reisedepeschen

 

Hey there,

let me tell you a little story about someone who ran away, to be far away and who was there to come home.

He drove here, over the hills yesterday. ‚Here‘, that is where the big brown boats lie safely in the haven and silently tell stories of their voyages. Husavik. A small town in the north, embedded into the fjords of this island. Close your eyes for a moment and breath in the heavy and salty breeze that comes on from the ocean.

He had been around for a few days already, traveling along the costal road. ‚Here‘, in extension, means Iceland. For a short time now, he was really here. ‚Angekommen‘, that’s what he called it, although he knew that phrase only from others. ‚There‘ – Berlin, that is – was far away now. His head was in the clouds, his thoughts fresh and clear. Like ink dots, paint drops on a huge white canvas. Nothing like it had been, ‚there‘, where everything is grouped neatly. Not in order, maybe, but definitely ordered.

Coming from the north, he slowly drove down into the small town that lies embedded into the edgy coast. What it must be like, for Stefán – the park ranger that gave him a place to stay the night yesterday – when he crosses the small hill every morning just to see the ocean sparkling in the sunrise. When the light begins to throw shadows into the vast sea that stirs up the vessels that lie in the port, like wild horses that roam on the hills across, lusting for another day.

He enters the town, drives into the port and buys a ticket. He drives up to the hotel, bags stay in the car, goes up to his room and takes a nap. In the dining room, there is a travel group from Italy and some french girls. The Italians are fighting over the breakfast like hyenas. Back to bed.

Another hour until the sailboat will bring him to that bay by the coast. He lies on top of the covers and stares out the window into the dark, cloudy sky. Thinking about that book, the old man and the sea. Thinking about his dad.

Before they are allowed to enter the boat, they have to put on these wetsuits, made of heavy fabric. Either way to small or way too big. His is twitching in the crotch. Tough luck.

Slowly, the large vessel sets in motion. It has nothing to do with the wind yet, until they leave the port, the machines are thudding under the planks. The journey will bring them north-east. Mánáreyjar manifests on the horizon, a small round circle of an island, where the puffins live. Everybody is calm, the cameras stay in their cases. Small black dots in the clouds, with a good lens one could see the colourful birds. He’s watching the sunlight sparkle in the vast landscapes that is the ocean and he is thinking of… He always is.

Next to the island the the boat sets sails, we’re eastwards bound and a little to the south. They come to this bay, they like it here. When they’re here, one can see seagulls. Everybody is advised to look out. Everybody’s looking out. Nothing. Not even seagulls.

He only packed the small camera. The one that is embedded in his smartphone, the one with the small battery. It has to endure just long enough today. It just has to!

He is standing in front of this dark turquoise desert of smooth waves that melt into brown-greenish valleys with snowy mountaintops in a horizontal line straight ahead. Thick, blue-green clouds hang over the scenery and make room for just a few rays of sun.

A small oblong, black blot in the water.

He had learned, from previous ventures, not to hold back any more. His excitement bursts, he jumps from side to side like a small boy, climbing the rope works and clinching on to the cords . Ready when you are.

A deep, loud wheeze. On the other side of the boat. Everybody turns around, looking like a pack of puppies that realises: That ball has never been thrown, it was behind us all the time. All change sides. It is pure satire and it will continue throughout the coming moments.

He takes pictures, randomly, excitedly. With nothing but greenish ocean on it and hope, not to let this one shot pass by, that perfect moment to hit the trigger. His pulse is racing, restlessness betrays his every clear thought. Seconds later, the boat is right next to the large visitor from beneath and the tiny dorsal fin breaks through the surface. Strong, steady and smooth. Followed by the huge tail fin that slowly dives back into the dark, deep blue.

Taking a step back, he lets the others get in front of him. Taking a deep breath, something that he had been forgetting about lately. Another step back takes him up on the engine room and opens his view to the vastness of ocean and to the silhouette of the big companion that is slowly abandoning the scenery. The small island on the horizon, the coast in the corners.

He’s coming back. Slowly. ‚Here‘, that is the timing and the mayhem that is his state of mind, slowly beginning to rearrange. It is nice here. His pulse is slowing, his breath is deep and intense. There is puffing in the air, microscopic water drops and a big white belly. It is calm, here.

Husavik is located some 500km north of Reykjavik and can be approached via the ring road on a two-day trip easily. The town is home to about two thousand Icelanders. In addition to whale watching you can visit a whaling museum and take horseback riding tours here. The animals on the pictures are a pack of humpback whales. Whale watching in Husavik is less stressful for the animals if you’re traveling with sailing boats.

As of now, he is not ‚angekommen‘.

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New York Diner

Gute Menschen

Ich sitze im Restaurant. Eigentlich ist es eine kleine Hütte, mitten in der Stadt. Die Holzbretter an der Fassade sind dunkel gestrichen. Das Wetter hat sich an ihnen gerieben. Die Farbe ist  tief in das Holz eingezogen und wehrt sich nicht, blättert nicht ab oder wird spröde. Kraftlos verblasst sie einfach. Es ist kalt draußen. Drinnen auch.

Ich setze mich in eine ruhige Ecke an einen Einzeltisch neben dem Fenster. Schräg Gegenüber ist ein leerer Tisch mit zwei Stühlen, links von mir verlängert sich die lederbezogene Sitzbank entlang mehrerer Einzeltische mit Stühlen auf der gegenüberliegenden Seite.

Die Kellnerin kommt, reißt ein Stück Papiertischdecke von der großen Rolle im Schrank und legt sie vor mir auf das Holz. Sie stellt ein Glas Leitungswasser mit viel Eis darin auf den Tisch, setzt sich und schlägt die Beine übereinander, während sie mich ansieht. Sie ist relativ groß, dünn – ein wenig knochig, hat feine rote lockige Haare und Lippen die wie von einem Bleistift-Zeichner in ihr Gesicht gemalt wirken. Sie ist ruhig und gelassen, analytisch und selbstsicher. Sie schaut mich aufmerksam an, mustert mich und fragt mit ihren Augen:“Wer bist du?“

Sie nimmt einen Stift aus ihrer Bluse und tänzelt ihn mit ihren dünnen Fingern in eine Position, in der er neben seinem Dasein als Accessoire ihrer  Hand auch zum aufmalen von Gedanken fungieren kann. Sechs Gerichte gibt es heute und jedes einzelne beschreibt sie mir, mit gewählten Worten, ohne dabei prätentiös zu wirken und ohne ihre Augen nur eine Sekunde von mir zu nehmen. Sie schreibt Wörter auf die Papiertischdecke, eines nach dem anderen, zum Takt ihrer Beschreibung. Dann steht sie auf und geht.

Eine Gruppe Menschen betritt den Raum, die Kellnerin begleitet sie an den großen Tisch zu meiner Linken. Musiker. Künstler. Ihre Instrumente stellen sie dahin wo Platz ist, wenn auch nur kurz. Ein junges Pärchen wird an den Tisch schräg gegenüber gesetzt. Ich bin gelangweilt, habe heute keine Lust Menschen anzusehen. Ich schaue auf mein Telefon, auf die Fotos vom Vormittag. Die Kellnerin bringt mein Essen, es ist gut. Nicht besonders, aber ehrlich gut.

Eine Frau betritt den Raum. Sie ist durchschnittlich groß, hat braune lockige Haare die unter einer blauen Wollmütze mit Bommel herausschauen. Sie trägt eine dicke Jacke, an die ich mich nicht im Detail erinnere. Eine Hose vermutlich auch. Dicke, wollene Fausthandschuhe kleiden ihre Hände mit denen sie ein kleines Kind auf ihrem Oberkörper hält.  Bevor sie sich setzt, darf das Kind auf den Arm einer Freundin. Sie nimmt die Jacke ab, steck die Handschuhe in die Taschen. Die Mütze bleibt auf. Sitzend sieht sie noch kleiner aus als zuvor.

Am Tisch entstehen lebhafte Diskussionen und lautstarkes Lachen. Sie sitzt mittendrin. Am Rand. Sie lächelt viel, spricht wenig. Sie bestellt ihre Mahlzeit und ein Getränk. Als das Essen kommt, sieht man alle Gerichte die das Restaurant zu bieten hat. Gesunde, grüne Salate. Fisch, Reis, Steak. Alles ist schön angerichtet, auf Tellern die mehr Leinwand sind als Geschirr. Sie bekommt einen Hamburger, die obere Hälfte liegt aufgeklappt rechts von der unteren. Sie bestellt Ketchup und Senf nach, streicht beides großzügig auf die von den Zwiebeln befreite obere Hälfte und vollendet ihr Meisterwerk. Während sie die Diskussion am Tisch aufmerksam entfolgt, isst sie langsam und genussvoll. Manchmal lächelt sie. Offensichtlich nicht  der Konversation wegen.

An manchen Tagen bin ich wie Sie. Heute packe ich meine Sachen und ziehe weiter.

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Snowboard Davos

Der gute Schmerz

Ich segle durch die kalte Luft. Wahrscheinlich zwei, vielleicht drei Meter über dem Boden. Tausend Gedanken gehen durch meinen Kopf. Was für eine schöne Aussicht, wie ich den Rest des Tages wohl verbringen werde. Ich denke an Berlin, bald bin ich wieder dort. Zu Hause. Alles ist gut.

Es ist einer dieser Momente in denen man schwerelos ist. Sorgenlos. Man ist gestürzt und nun kann man sowieso nichts mehr tun. Zeitlupe. Ich weiß genau, das ich gleich aufschlage und ich weiß auch dass es weh tun wird. Aber nicht schlimm, denn der Schnee ist weich und wird mich auffangen wie eine aufgeschüttelte Daunendecke auf einer Hotelbettmatratze. Ich denke daran wie ich Minuten zuvor auf der Spitze des Steilhangs saß und auf die Piste herab sah. Die vereiste, schlecht präparierte Piste die mir zuvor jeden Spaß raubte. Ich lächelte.

Als ich aufschlage spüre ich einen drückenden, beißenden Schmerz in der Hüfte. Ich pralle ab und rutsche ein paar Meter bis ich schließlich liegen bleibe. Mein Rücken schmerzt. Ich liege ein paar Sekunden da und warte bis sich meine Atmung beruhigt. Irgendwann drehe ich meinen Kopf nach oben. Fels. Panik.

Wenige Meter über mir also, wo ich Sekunden zuvor eingeschlagen war, ragt eine graue Felsspitze aus dem Boden und ruft mir zu:“Jetzt bist du am Arsch!“

Panisch greife ich an meine Beine und versuche meine Zehen zu bewegen. Es klappt, alles ist OK. Als ich aufstehe weiß ich genau, dass es nur deshalb nicht weh tut, weil ich voll mit Adrenalin bin. Schön. Ich laufe die Piste hinunter, in die Bergbahn, in den Bus auf dem ‚Spital‘ steht.

Der Arzt drückt an mir herum und fragt mehrmals ob ich tatsächlich vom Gletscher hierher gelaufen sei. Aua! Ja! Ob ich irgendwo ein Taubheitsgefühl habe. Immer wieder. Röntgen. Die Krankenschwester entschuldigt sich für die kneifende Bleiweste. Das ist OK.

Da sei was an den Wirbeln. Das könne man auf dem CT dann später besser sehen. OK. Die Krankenschwester betritt mein Zimmer. Ob ich der mit dem Rücken sei. Ja. Ungläubige Blicke zum leeren Bett. Ob ich mich bewegen dürfe. Sie sucht das versichernde Nicken des Arztes. Auf dem Flur schaut sie mich erfürchtig an. Angst.

Ich entschuldige mich für meinen fusseligen Bauchnabel. Sie lacht und stößt sich den Kopf an der Maschine. Entschuldigung.

5 Minuten. Dann sind die Bilder da. Alles in Ordnung. Geprellt. Gestaucht. Schmerzmittel und Pflaster. Nur Pflaster bitte. Den Schmerz habe ich mir verdient. Danke.

Anziehen dauert 10 Minuten. Schuhe binden? No way, idiot!

Im Hotel angekommen, eine heiße Dusche nehmen. Jede Bewegung schmerzt, der Schock-Modus ist deaktiviert. Ein beherzter Griff an den Rücken offenbart einen Bluterguss der Größenordnung und Konsistenz einer Kinderwärmflasche. Einfach da stehen. Das heiße Wasser läuft wie Öl an meinen Schultern herab. Keine Gedanken. Dankbarkeit.

Ich genieße jeden Moment in dem es weh tut. Ich habe mir diesen Schmerz hart erarbeitet. Ich war unzufrieden und dann war ich unsinnig genug einen gefährlichen Weg zu wählen. Ich liebe jede Sekunde in der ich mich nicht so bewegen kann wie ich es möchte. Mir wird bewusst was hätte passieren können und ich fühle tiefe Dankbarkeit, dass ich spüren darf. Das ich mich nicht dagegen entschied. Ich denke an die nächsten tage, die ich nicht auf der Piste verbringen werde und freue mich jeden einzelnen für wenige, besondere Sekunden eingetauscht zu haben.

Ich kann Menschen nicht verstehen, die lieber 5 Tage auf einer vereisten Piste fahren um eine 50% höhere Chance zu haben nicht zu stürzen, statt dorthin zu fahren wo die Warnschilder groß und blutrot sind. Dort, wo die Chance auf ein besonderes Erlebnis 100% höher ist. Ich werde mich nun tagelang ärgern. Aber nichts bereuen!

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