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Marc Herbrechter Silfra

Silfra in Island – Der vierte schönste Ort auf der ganzen weiten Welt

Das Erste Mal, dass ich einen schönsten Ort auf der ganzen weiten Welt sah, war Port an Eorna in Schottland.

Der zweite schönste Ort auf der ganzen weiten Welt liegt in Neskaupstaður in Island.

In Nature’s Valley in Südafrika setzte ich meine dritte Nadel für einen schönsten Ort auf der ganzen weiten Welt.

Die Vierte pinne ich in…

Silfra, Island

Es ist finstere Nacht und wir biegen langsam auf der verschneiten Schotterpiste nach rechts ab. Im Wagen herrscht ruhige Aufregung. Als wir auf dem kreisrunden Parkplatz direkt neben dem Weg parken erhellen die Scheinwerfer eine große, graue Felswand in ein paar hundert Metern Entfernung.

Es ist kalt, still und mondhell.

Silfra night dive

Wir öffnen den Kofferraum, tragen die schweren, grauen Stahlzylinder zu den Holztischen neben dem Wagen und beginnen widerwillig die oberste Schicht Kleidung abzulegen. Es ist nur einige wenige Grad unter Null, aber die Kälte kriecht an einem hoch wie ein Gestank dem man nicht entkommen kann.

Mit schweren Lasten auf unseren Schultern stapfen wir durch den knirschenden Schnee hinüber zum Wasser. Taub von den Hauben um unsere Ohren, blind vor Aufregung. So langsam wir können, steigen wir hinab. Die Wasseroberfläche ist dunkelblau und gänzlich undurchsichtig. Das Mondlicht spiegelt sich gänzlich darin wieder, ohne auch nur den Hauch einer Offenbarung darunter liegender Überraschungen.

Während wir in das glasklare Wasser hinabsteigen entstehen die Geräusche eines See in einer lauen Sommernacht, wenn das Wasser langsam und freundlich an den Strand schwappt. Wir tauchen ein, in einem Rausch aus Luftblasen, Aufregung und Dunkelheit. Als wir die Lampen einschalten offenbart sich die unbekannte Sicht auf einen sehr bekannten Ort. Lichtstrahlen ziehen sich durch unsere Unterwasserwelt und geben punktuelle Einblicke.

Silfra night dive

Wir schwimmen ein paar Meter. Langsam, lautlos und ruhig. Auch wenn wir zusammen hier sind, nun ist hier jeder allein. Interaktion wird so beiläufig wie wie ein Fußwippen bei Konzerten und explizite Kommunikation vollkommen überflüssig.

Als wir die großen, steinernen Hallen der Kathedrale von Silfra erreichen, wird die Wasseroberfläche durchsichtig. Durch klitzekleine Wellen sehe ich verschwommen den Mond und entscheide mich einen Augenblick auf dem Grund zu liegen um nach oben zu schauen. Für genau einen Atemzug und für die kurze Zeit danach, ist es hier still und ruhig. Ich genieße den Augenblick. Bis ich ruhig und gelassen ausatme und Millionen klitzkleiner Gasperlen sich um eine Handvoll große Luftglocken herum aufgeregt ihren Weg nach oben suchen während sie vom Kegel der Lampe in ein dramatisches Licht getaucht werden.

Ich bemerke, neben dem weißen Mond am Himmel über der Wasseroberfläche Wolken. Seltsame Wolken. Vielleicht nur eine Illusion, sich im Wasser spiegelndes Mondlicht. Aber vielleicht auch nicht.

Silfra night dive

Ich höre die Luft kraftvoll zischen und spüre wie mich der nun luftgefüllte Anzug nach oben zieht. Zuerst langsam und im Takt mit meinen schweren Atemzügen, kurz darauf kräftig und unnachgiebig. Ich steige schneller und schneller auf und durchbreche irgendwann die Wasseroberfläche rasant, brutal und kraftvoll.

Aurora Borealis.

Schwach. Dezent. Scheu.

Aber da.

Dieser Moment ist so schön, dass ich leider keine Worte finde ihn hier zu manifestieren, ihn mit dir zu teilen, ihn festzuhalten. Zum ersten Mal in meinem Leben, werde ich kurz darauf unter Wasser Tränen vergießen. Ich kann einfach nicht fassen, was für ein Glück ich habe an diesem Tag. Kann nicht verstehen, womit ich das verdient habe. Kann nicht anders als traurig sein für die, die nicht bei mir sind.

Silfra night dive

 

Dank Google könnt ihr Bilder von anderen Menschen sehen, die dort waren. Viel Spaß:

Silfra auf Google maps

 

Was war euer erster schönster Ort auf der ganzen weiten Welt?


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Nature's valley

Nature’s Valley in Südafrika – Der dritte schönste Ort auf der ganzen weiten Welt

Das Erste Mal, dass ich einen schönsten Ort auf der ganzen weiten Welt sah, war Port an Eorna in Schottland.

Der zweite schönste Ort auf der ganzen weiten Welt liegt in Neskaupstaður in Island.

Ich setze meine dritte Nadel für einen schönsten Ort auf der ganzen weiten Welt nach…

Nature’s Valley, Südafrika

Eine knappe Woche bin ich nun in unterwegs. Mein Roadtrip durch Südafrika hat mich vom Norden des Landes, bei Pretoria, über die Einöde bei Lesotho zur Küste gebracht. Vom Addo Elephant Park, über Jeffrey’s Bay führt mein Weg mich vorbei an Knysna wieder in Richtung Kapstadt.

Nachdem ich von einem kurzen Stop in Knysna nicht sonderlich positiv überrascht wurde, bin ich skeptisch und überlege die Fahrt über Nacht fortzusetzen um so früh wie möglich wieder in Kapstadt anzukommen.

Ich fahre an einer Kreuzung vorbei, auf der ein Schild ‚Nature’s Valley‚ ausweist und noch im gleichen Moment wird mir klar: Egal wie lange es nun dauert bis ich eine Gelegenheit zum Wenden bekomme, ich werde diesen Ort besuchen. Ich wende nur ein ein paar Meter weiter, einfach auf der Straße.

Der Weg in’s Tal führt über eine sich windende Passstraße, zwischen riesigen Bäumen hindurch in denen man die Vögel zwitschern und die Affen brüllen hört. Das Wetter ist den ganzen Tag über wechselhaft, aber hier auf dem Weg hinab ist es sonnig und warm.

Als ich unten ankomme erwartet mich ein kleines Dorf. Eine Ansammlung von ein paar dutzend Häsuern und ein See. Der am Meer liegt.

Nature's Valley in Südafrika

Nature's Valley in Südafrika

Langsam fahre ich mit offenem Mund am See entlang und schaue Richtung Meer. Der Himmel ist wolkenverhangen und düster. Die Stimmung ist schön bedrückend. Manchmal kommen einsame Regentropfen vom Himmel, die verwirrt und verloren wirken.

Nature's Valley in Südafrika

Nature's Valley in Südafrika

Ich parke mein Auto und stapfe durch den nassen Sand in Richtung Meer. Man kann die Wellen brechen hören, den Wind über den Sand streifen und man sieht die Wassertropfen die er am oberen Rand der Wellen ab- und davon trägt.

Als ich die kleine Anhöhe im Sand passiert habe sehe ich den Umriss einer Person, die mit den Händen in den Manteltaschen und versachränkten Beinen am Wasser steht. Ihre Haare wehen wild durch die Welt und ihre Gedanken folgen ihnen so offensichtlich wie nichts anderes.

Nature's Valley in Südafrika

Ich fühle mich augenblicklich schuldig, ihr diesen Moment nicht überlassen zu können. Ich könnte umdrehen und ihr das alles hier schenken. Das Gefühl, allein am schönsten Ort der Welt zu sein, ohne eine andere Menschenseele und ohne das hier teilen zu müssen. Aber so selbstlos bin ich heute nicht. Dieser ruhige, schönste Ort auf der ganzen weiten Welt ist in dieser Sekunde zum emptionalen Schlachtfeld geworden und ich kann nicht anders als es erhobenen Hauptes zu betreten.

Nature's Valley in Südafrika

Als sie sich umdreht und unsere Blicke sich treffen, verabschieden wir uns schnell. Danke!

Nature's Valley in Südafrika

Dank Google könnt ihr Bilder von anderen Menschen sehen, die dort waren. Viel Spaß:

Nature’s Valley auf Google Maps

Hier gibt es dann günstige Flüge nach Südafrika mit um sich diesen Ort selbst anzuschauen!

 

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Neskaupstaður in Island – Der zweite schönste Ort auf der ganzen weiten Welt

Das Erste Mal, dass ich einen schönsten Ort auf der ganzen weiten Welt sah, war Port an Eorna in Schottland.

Aber es sollte nicht der letzte bleiben…

Neskaupstaður, Island

Als ich am dritten Tag meiner Island Rundreise aufbreche, folge ich der Ringstraße für einige Kilometer und entscheide mich an einer Kreuzung spontan sie zu verlassen. Wir hatten uns gut aneinander gewöhnt und ich mochte sie auch gerne, aber wir mussten einmal kurze Zeit getrennte Wege gehen.

Es zog mich in die Ostfjorde und bei Breiðdalur verlasse ich die Nummer eins um der Nummer 96 zu folgen. Nach Osten. Zum Meer.

Ich fahre am ruhigen, hell-türkisen Meer entlang um den Berg herum und schaue den Fischern beim ausbringen der Netze zu, zumindest denke ich dass es das ist, was sie da unten mit den großen Ringen im Wasser tun.

Der Boden ist hier wieder grün, also zumindest versucht er es. Im Grunde ist der hellbraun oder Beige und ab und an kommt ein bisschen Grün heraus. Gelegentlich gelbe Blüten. Ein Farbfeuerwerk, wenn man an die Aschestrände im Süden denkt.

Der Ort liegt vor mir, wie ein flauschiger Hund der sich im Sonnenlicht in’s grüne Gras geschwubbelt hat und herumdöst. Müde und glücklich. Neskaupstaður, liegt da, eingekuschelt in die massiven Bergrücken der Insel. Einsam und klitzeklein und hübsch.

Bei meiner nachträglichen Recherche, muss ich laut lachen, als ich im Reiseführer über die „Stadt“ lese. Über ihre „Wirtschaft“, ihren „Verkehr“ und über den „Tourismus“. Man möchte dem Buch entgegen rufen:“Das ist doch nur ein kleines Örtchen!“

Der Ort ist so klitzeklein, man würde ihn aus einem Heißluftbalon kaum wahrnehmen. Es gibt ein Krankenhaus und zwei Tankstellen und Supermärkte und zwei Banken und das alles gibt auf dem Papier den Eindruck, man spreche von einer kleinen Stadt.

Aber Neskaupstaður hat nichts mit einer Stadt zu tun. Neskaupstaður ist einfach nur ein kleines, ruhiges Örtchen. Mein zweites, Schönstes in auf der ganzen weiten Welt!

 

 

 

 

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Dank Google, könnt ihr sowohl die Fahrt durch diesen Ort als auch Bilder von anderen Menschen sehen, die dort waren. Viel Spaß:

Neskaupstaður auf Google maps

Neskaupstaður im Google Streetview timelapse

 

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Port

Der erste schönste Ort auf der ganzen weiten Welt

Jeder der oft und gerne verreist, hatte diesen Moment schon einmal (manchmal öfter…):

Man findet das schönste Fleckchen Erde auf der ganzen weiten Welt

Hier ging es mir zum ersten Mal so…

Port an Eorna, Schottland

Ich kam von einem ereignisreichen Roadtrip-Tag von der Isle of Skye zurück und fuhr Richtung Süden. Die Gastgeberin meines B&B in Drumnadrochit hatte mir grob beschrieben, wie ich zu fahren habe:
„Wenn du von der Isle of Skye kommst, nimm die erste Straße links. Folge der Hauptstraße, bis zu einem kleinen Bauernhof und vor dem biegst du links ab. Danach vertrau auf dein Bauchgefühl…“ Ich bin miserabel im navigieren. Selbst mit Navigationsgerät verfahre ich mich regelmäßig. Kartenlesen ausgeschlossen. Diese Aktion war zum scheitern verurteilt.

Ich finde nach der Skye bridge die Abfahrt und folge der Hauptstraße. Ich fahre laut Navi Richtung Meer, das wird also schon richtig sein. Nach einiger Zeit, kommen ein paar Gebäude. Das wird dann wohl der Bauernhof sein, ich biege links ab. Nach wenigen Metern, muss ich anhalten und aussteigen. Vor mir ist eine Bahnstrecke und diese ist durch ein Gatter beidseitig verschlossen, damit Schafe und Kühe nicht vor den Zug laufen. Ich öffne die Gatter also, fahre zügig durch und schließe sie nach mir. Ein paar hundert meter weiter kommt eine Kreuzung und weil ich ja keine weiteren Anweisungen hatte vertraue ich auf mein Bauchgefühl und fahre Richtung Meer, mein Bauch will immer an’s Meer… Die Straße wird nun enger, die Bäume kommen näher und scheinen mit ihren Ästen nach dem Auto zu greifen. Ich Zweifle stark an meiner Entscheidung und als ich mit dem Auto an eine starke Steigung komme stoppe ich kurz und überlege umzukehren, fahre aber doch weiter.

Nachdem ich die Kuppel überquert habe bietet sich mir eine einzigartige Aussicht. Eine kleine, hügelige Bucht und Meer. Kleine, grüne Inseln darin und mächtige Felsen an der Küste gegenüber. Nach ein paar hundert Metern bin ich an einem Haus angekommen, dass einsam und verlassen direkt am Meer steht. Hier ist weit und breit nichts, außer Meer, Himmel, Fels und Bäumen und das muss der allerschönste Ort auf der ganzen weiten Welt sein. Dieses Gefühl kann nur nachvollziehen wer dort war oder einen ähnlichen Moment einmal selbst erlebt hat. Ich kann leider nicht einmal Fotos vorweisen, weil meine Handykamera bei diesen Bedingungen komplett versagte.

Port an Eorna

Dank Google, könnt ihr aber sowohl die Fahrt zu diesem Ort als auch Bilder von anderen Menschen sehen, die dort waren. Viel Spaß:

Die Location auf Google maps

Google Streetview timelapse

 

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