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Taucher in Silfra, Island

Tauchen zwischen den tektonischen Platten in Silfra, Island

Im Rahmen meiner mehrtätigen Tauch Tour in Island führten mich glücklicherweise gleich zwei Tauchgänge nach Þingvellir. Dieser geschichtsträchtige Ort ist umgeben von vier aktiven Vulkanen, namentlich Hrómundartindur, Hengill, Prestahnjúkur und Hrafnabjörg. Das Tal gehört zum Golden Circle Islands und ist seit 2004 Teil des Unesco Weltkulturerbe. Hier findet sich die Tagungsstätte eines der ältesten Parlamente der Welt, wo sich schon im Jahre 930 jährlich Wikinger trafen um Gesetze zu besprechen und durchzusetzen.

Die Schlucht selbst liegt mitten auf der Bruchzone zwischen der Nordamerikanischen und der Eurasischen Lithosphärenplatte (tektonische Platten).

Hier zerreißt es – buchstäblich – die Erde.

Silfra

Silfra

Genau hier, sollte ich den bisher wohl spektakulärsten Tauchgang meiner jungen Taucherkarriere erleben. Dazu gekommen war es, als ich kurz nach Beendigung meines Tauchscheins im Internet nach den besten Tauchspots der Welt gesucht und zufällig über Silfra gestolpert war. Acht Wochen später sollte ich in’s Kalte Wasser springen.

Silfra

Silfra

Die Silfraspalte zieht sich durch den gesamten Nationalpark und endet im Þingvallavatn See. Zu großen Teilen ist sie mit Erde gefüllt, ab einer Stelle tritt jedoch Wasser zu Tage, welches eine Jahrzehntelange Wanderung vom über 50km entfernten Gletscher hinter sich hat. In dieser Zeit wurde das Wasser durch gigantische Mengen an Lavagestein gepresst und von jeglichen Schwebstoffen und Verunreinigungen befreit. Auch wenn das Wasser so lange unterwegs und so weit vom eisigen Gletscher entfernt ist, bleibt es bei der gleichen Temperatur wie zu Beginn der Reise, etwa 2°C.

Silfra

Silfra

Wenn man in tropischen Gewässern von guter Sicht berichtet, sind damit meist 20, vielleicht 30m gemeint. Das kommt einem bereits so vor, als könne man so weit schauen wie es die Augen eben zulassen. In Silfra beträgt die visibility mehr als 130m. Das Wasser ist so glasklar, dass in dem Moment in welchem man tief genug ist um herauf zu schauen, nicht mehr klar ist wo die Wasseroberfläche genau beginnt: Der unter ihr liegende Raum spiegelt sich perfekt und nahtlos wieder, sodass man die Illusion eines unendlichen Raums vor sich hat. Dieser Ort hat etwas von Unendlichkeit, die so atemberaubend ist, dass man sich als Taucher irgendwann wundert wo denn die Luftblasen hin sind. Bis man wieder atmet.

Silfra

Silfra

Aber auf Anfang: Wir fahren über den Rücken der nordamerikanischen Platte in das Tal der Volksversammlung und halten kurz bei einer Touristeninfo um uns im Trockenen schonmal die Unterkleidung anziehen zu können. Von hier geht es weiter zur Silfra Eintrittstelle, die von den einheimischen auch „toilet“ genannt wird – ich verkneife mir zu fragen wieso. Die Taucheranzüge sind schnell angelegt und kurz darauf machen wir uns auf den Weg zum Einstieg, ein paar hundert Meter vom Parkplatz entfernt. Hier führt eine Stahltreppe in das von oben unscheinbare Gewässer. Wir ziehen die Handschuhe an, spucken in die Masken und starten die Kameras.

Silfra

Silfra

Beim Einstieg zischt die Luft aus den Taucheranzügen und nacheinander werden Füße, Beine, Bauch und Brust kalt. Nur die Luft in der Weste hält einen jetzt noch oben. Gespannt warte ich auf die anderen und riskiere keinen Blick nach unten, ich möchte mir Das für den Moment bewahren in dem wir tatsächlich abtauchen. Während Einer nach dem Anderen das Wasser betritt, betrachte ich ehrfürchtig die neben mir aufragenden Felswände. Hier wird einem bewusst, dass an ihnen die Grundlagen der Erde hängen, Plattformen auf denen unsere Welt fußt. Hier kommen sie zusammen bzw. entfernen sich voneinander.

Silfra

Silfra

Als wir alle zusammen sind, heben wir unsere Luftschläuche und mit jedem kräftigen Zischen sinken wir alle langsam tiefer, bis die Farbtemperatur genauso abkühlt wie unsere Lippen und Wangen. Der Ausblick ist kalt, blau und atemberaubend. Selbst hier, im kleinen Eintrittsbecken wird einem schnell bewusst wie besonders dieser Tauchgang werden wird. Auch wenn man noch keine Ahnung hat, was einen noch erwartet.

Der Tauchgang startet in einem größeren Becken von etwa 15m Tiefe. Von hier aus geht es einige Meter entlang des Rift in Richtung Süden. Über eine weniger tiefe – max. 1m – Stelle führt der Wege einen nun in die Halle von Silfra. Hier befinden sich auch die Eingänge zum Höhlensystem von Silfra das bis zu 45m tief ist. Große Felsblöcke versperren regelmäßig den Weg und drohen bei jedem Erdbeben einzustürzen. Auch deswegen ist es hier heute untersagt in die Höhlen hinab sowie generell tiefer als 18m zu tauchen.

Silfra

Silfra

Nach 150-200m gelangt man in das Herzstück dieses außergewöhnlichen dive spot, die Silfra Kathedrale. Hier entfaltet sich die Schönheit dieses Ortes auf einer Länge von über 100m und in eine Tiefe von mehr als 20m. Schon beim ersten Blick in die Kathedrale – bei der man die Sandbank am Ende bereits klar erkennen kann – bleibt vielen Tauchern tatsächlich kurz der Atem weg. Wer Bilder von Silfra im Internet, in Tauchmagazinen oder im Fernsehen findet kann ziemlich sicher sein, dass sie hier entstanden.

Silfra

Silfra

Am Ende der Kathedrale führt der Weg einen an einen Unterwasserstrand welcher nach rechts direkt in den See und nach links direkt in die Silfra Lagune leitet. Auch wenn die Versuchung groß ist der Strömung nach rechts zu folgen, entscheide ich mich jedes Mal der Tauchgruppe in die Lagune zu folgen. Auch hier kann man vom Anfang bis zur Ausstiegstreppe sehen. Die Entfernung beträgt über 120m.

Silfra

Silfra

Insgesamt durfte ich dieses Erlebnis vier mal erleben, zwei mal bei meinen Übungen zum Tauchen im Trockenanzug und zwei mal mit der Tauchgruppe. Ich hätte alle anderen Tauchgänge vermutlich ohne nachzudenken abgesagt um wieder in die blaue Unendlichkeit abtauchen zu dürfen.

Auf meinem Island Blog findet ihr noch ein paar generelle Infos zum Tauchen in Island und Erfahrungsberichte von anderen divespots.

Silfra Fakten

  • Die Silfra Spalte ist der eigentliche Grund warum Inseln wie Island und die Azoren existieren, denn sie liegen genau darauf
  • Im Grunde ist die Silfra Spalte über 65.000km lang, sie tritt nur auf ein paar davon zu Tage
  • Sie spaltet nicht nur den nordamerikanischen und europäischen Kontinent sondern auch den südamerikanischen und afrikanischen.
  • Die Silfra Spalte erweitert sich jedes Jahr um etwa 1-2cm

In Kooperation mit Dive.IS.

Gardur

Tauchen im Nordatlantik bei Garður in Island

Während meiner Entdeckungsreise zum Tauchen in Island führten uns unsere Guides auch in den „warmen“ Atlantik…

Leserhinweis: Bitte hier nicht ohne Guide tauchen! Die Ecke ist wirklich nicht ohne und Oli (Danke für den Hinweis) musste hier offenbar schon mehrmals Tauchern aus der Patsche helfen. Ich kann das bestätigen, bei all meinen Tauchgängen hier war es ziemlich anstrengend und man verliert sehr schnell die Orientierung!

Bei Garður – was übersetzt Garten heißt – finden sich dutzende von Pflanzenarten in den weitläufigen Tangwäldern unter Wasser. Diese sind wiederum Lebensraum für viele verschiedene Lebewesen wie Schnecken, Seesterne Krabben und Krebse.

Gardur

Gardur

Hier finden sich neben wohlbekannten Fischen wie Flunder und Seelachs auch exotischere Vertreter ihrer Art. So tummeln sich in den Spalten der Hafenmauern einige Wolfsfische, die man nur in den nördlichen Regionen des Atlantik rund um Island, Grönland und im Norden Kanadas findet. Auch Skorpionfische verstecken sich am Boden der Unterwasserwälder und lauern dort ihrer Beute auf. Auch wenn das Gift in ihren Stacheln schmerzhaft ist, kann es dem Menschen nicht gefährlich werden. Die Guides der Tauchschule in Island führen einen regelmäßig zu Tommi, dem Seeteufel der in einer Höhle in der Piermauer lebt.

Gardur

Gardur

Außerdem leben hier auch viele bekannte Ozeanbewohner wie der Seestern, verschiedene Krabben und selten auch Quallen. Die Fauna ist unaufgeregt und zeigt sich in eher gedeckten Farben, wodurch es umso spannender ist sie zu erkennen.

Wir kommen an einem schönen und relativ sonnigen Tag nach Garður und schauen uns zuerst den Wasserstand an. Die Flut ist da und wir können nach dem anlegen der Taucherausrüstung direkt mit einem Riesenschritt in’s Hafenbecken abtauchen. Das Wasser ist im Vergleich zu den inländischen Seen sehr warm, wir tauchen bei etwa 10°C ab und orientieren uns in zwei Gruppen kurz an den Mauern entlang und biegen dann in den Tangwald ab.

Gardur

Gardur

Es dauert ein wenig bis wir die ersten Lebewesen erkennen, da diese sich sehr geschickt tarnen. Als erstes erkenne ich eine Flunder, als sie von einem anderen Taucher aufgeschreckt wird und an mir vorbei flüchtet. Etwas später huscht ein kleiner Seeteufel an mir vorüber und verschwindet blitzschnell wieder im Dickicht.

Die Strömung ist heute ein wenig stärker, weshalb wir uns beim zweiten Tauchgang für eine andere Route entscheiden. An der Behausung von Tommi dem Seeteufel kommen wieso heute nicht vorbei. Unsere Tauchgruppe hat auch leider kein Glück, einen anderen Fisch dieser Gattung zu erblicken. Die zweite Gruppe berichtet später von einem kurzen Intermezzo mit einem Kollegen von Tommi.

Gardur

Gardur

Was am Tauchen im Nordatlantik besonders ist kann ich nur aus meiner eher begrenzten Erfahrung als Anfänger beschreiben und mich auf das beziehen was meine sehr erfahrenen Buddies Claudia und Rüdiger berichten: Hier ist das Tauchen nicht so aufgeregt wie in südlicheren Ozeanen wie dem Südpazifik, Mittelmeer oder in der Karibik. Statt bunter Fische, Korallen und Schildkröten findet man hier gut getarnte Miesepeter wie die Flunder und den Wolfsfisch. Die Sichtweite ist generell nicht sehr hoch und es sind mehr Schwebstoffe im Wasser. Dass alles macht das Tauchen hier technisch wohl etwas anspruchsvoller, insbesondere gepaart mit der Notwendigkeit eines Trockenanzugs, denn die Wassertemperatur beträgt regelmäßig weniger als 10°C. Für mich als Anfänger waren die Tauchgänge im Meer bei Island eine besonders spannende Herausforderung, denn es gab viel Neues zu lernen und zu entdecken. Meine dive buddies hatten fast alle mehr als 100 Tauchgänge in ihren logs und sagten Ähnliches, es scheint also nicht nur für Anfänger eine Herausforderung zu sein. Ich habe während den Tauchgängen auf jeden Fall viel dazu gelernt, insbesondere meine buoyancy bzw. Tarierung hat sich wesentlich verbessert.

Gardur

Gardur

In Kooperation mit Dive.IS.

Tauchen in Oudekraal bei Kapstadt

Tauchen in Kapstadt

Tauchen und Kapstadt, das gehört zusammen wie Südafrika und Sonne. Egal ob Anfänger oder fortgeschrittener Taucher, Freizeit oder Tec. Das Meer in dieser Region bietet tolle Bedingungen für unvergessliche Tauchgänge.

Weltbekannte Hotspots wie Durban und Sodwana sind zwar nur eine Tagestour mit dem Auto (oder ein einstündiger Flug) entfernt, aber auch in Kapstadt selbst gibt es dive spots die Freude am Tauchen machen.

Man sollte immer bedenken, dass die Bedingungen hier alles andere als einfach sind. Der Seegang ist oft stark, das Wasser (insbesondere im Atlantik) ist meist sehr kalt und die Unterwasserwelt ist nicht so farbenfroh wie man das vielleicht aus dem Osten des Landes oder gar Ägypten gewohnt ist. Üblicherweise taucht man in einer Kombination aus langem und kurzem Wetsuit, sodass man in knapp 10mm Neopren verpackt ist. Handschuhe und eine Haube sind meist unverzichtbar. Die besten dive spots erreicht man entweder über steile Abhänge die es in kompletter Ausrüstung zu begehen gilt, oder mit dem Boot. Es gibt allerdings auch einige leicht zugängliche Spots.

Wer noch keine besitzt sollte spätestens jetzt darüber nachdenken eine GoPro Kamera anzuschaffen. Die kleine Version ist vollkommen ausreichend und kommt von Hause aus in einem bis 40m wasserdichten Gehäuse.

In der Kapregion treffen zwei Ozeane aufeinander, der Atlantik und der indische Ozean treffen sich am Kap Augulus. Der Atlantik kommt eiskalt daher und kann mit Temperaturen unter 8°C alles andere als einladend sein. Der indische Ozean ist warmherziger und erfreut Taucher, Surfer und Schwimmer auf der Ostseite oft mit Temperaturen jenseits der 20°C. Kapstadt liegt am Atlantik, formt aber eine kleine Bucht – die False bay – in der sich das Wasser ebenfalls oft auf Temperaturen jenseits der 20°C aufwärmt. Wenn die einheimischen also davon sprechen „False bay side“ oder „Indian ocean side“ zu tauchen, meinen sie die Region bei Muizenberg wo warmes Wasser zu finden ist. Sprechen sie von „Atlantic side“, wird es vermutlich kalt.

Um die Kapregion gibt es viele gesunkene Schiffe in unterschiedlichsten Tiefen. Es gibt gut erhaltene Wracks, deren Führerhäuser man durchtauchen kann und ebenso am Grund zerborstene Schiffe die sich über eine weite Fläche verteilen. Für manche Wracks muss man einen PADI Advanced OWD (oder vergleichbares Brevet) haben, da sie weit jenseits der 18m Marke verborgen liegen.

Alle hier vorgestellten Tauchspots sind geschützte Gebiete, also Marine Protected Areas, für die ihr ein MPA Permit braucht. Das bekommt ihr am leichtesten in einem der Tauchcenter in Kapstadt.

Ein abschließender Tipp: Autos von Tauchern sind bei Dieben beliebt, vermutlich weil die Wahrscheinlichkeit groß ist darin Wertsachen vorzufinden. Es gilt dieselbe Regel wie sonst auch: Keine Wertsachen im Auto lassen!

Tauchen auf der Atlantikseite von Kapstadt

Sandy’s

Sandy’s beach oder auch Sandy’s cove ist einer der beliebtesten Tauchspots in Kapstadt. Als Teil des Tauchgebiet Oudekraal liegt er etwa 15km südlich vom Stadtkern und ist mit dem Auto in unter 30 Minuten zu erreichen. Am besten man fährt einfach zum 12 Apostel Hotel, dreht in der Einfahrt zum Parkhaus und parkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Der dive spot zeichnet sich vor allem durch mehrere große Tangwälder (Kelp forrest) aus und hier finden sich neben vielen großen und kleinen Fischen häufig Rochen und kleine Haie.

Die kleinen Haie sind Puffadder Shy Sharks und werden von den einheimischen auch Happy Eddy genannt. Wer Angst vor Haien hat, wird oft den Spruch „Die haben mehr Angst vor dir, als du vor ihnen“ gehört haben. In diesem Fall ist das definitiv wahr: Wenn man Happy Eddy zu nah auf die Pelle rückt wird er sich wie ein Donut aufkringeln und seine Schwanzflosse vor seine Augen legen.

Seehunde am Strawberry rock

Ebenfalls Teil der Umgebung um Oudekraal sind die Strawberry rocks. Ihren Namen haben sie, weil die Felsen voll mit Seeigeln sind die sie ein wenig pelzig aussehen lassen. Wie die Härchen an Erdbeeren eben.

Der Teil der Felsen welcher aus dem Wasser herausragt ist frei von Seeigeln, dafür bei gutem Wetter aber von Seehunden bevölkert die sich in der Sonne räkeln. Schwimmt man einmal um den Felsen herum, kann man auf einer Tiefe von 4–5m mit den im Wasser verweilenden Seehunden auf Tuchfühlung gehen. Hier merkt man, dass sie nicht nur im Namen sondern auch in der Verhaltensweise mit den am Land lebenden Vierbeinern Gemeinsamkeiten besitzen. Neugierig und spielerisch interagieren sie mit Tauchen, knabbern gerne mal an Flossen und freuen sich über die Luftblasen die man mit einem freien Atemregler generiert.

Für diesen Tauchspot sollte man einigermaßen fit sein, da man relativ weit schwimmen muss, hin und auch wieder zurück. Wer nicht in guter körperlicher Verfassung ist sollte das unbedingt vorher sagen bzw. überlegen eine Bootsfahrt von Hout Bay zur Seal Island zu buchen.

Justin’s caves

Auch Justin’s Höhlen befinden sich gegenüber des 12 Apostel Hotel in Oudekraal und bieten eine fantastisch bunte Unterwasserwelt. Hier gibt es viele bunte Seeigel, Crayfische (Hummer), Quallen, kleine Rochen und Haie. Der Name ist ein wenig irre führend: Richtige Höhlen gibt es hier nicht aber einige schöne swim throughs und overhead compartments.

Man sollte vor dem Tauchgang hier die Oberfläche des Meeres genau anschauen: Wenn sich zu viel Schaum (white whash) um die Felsen bildet, sollte man lieber auf Sandy’s ausweichen. Starker Wellengang kann an diesem Tauchspot sehr gefährlich werden.

Antipolis Wrack

Last but not least, hat Oudekraal mit der Antipolis auch noch ein Schiffswrack zu bieten. Spätestens jetzt dürfte klar werden, warum diese Region bei Tauchern so beliebt ist.

Die Antipolis wurde 1977 in diese Gegend geschleppt. Starke Winde ließen die Schleppseile reißen und das Schiff stranden. Die oberen Teile wurden zwischenzeitlich abgeschnitten, nur bei sehr niedriger Tide kann man das Wrack noch von der Straße aus erkennen.

Der Tauchgang wird einen hier bis zu 10m tief bringen, die Temperaturen können von 7–8°C bis über 20°C variieren. Meistens wird es dort eher kalt sein. Man sollte wie immer beim Wracktauchen auf scharfe Kanten und herumliegende Gegenstände achten.

In False Bay tauchen

Oktopusse am Long beach

Der long beach bei Muizenberg ist für mich der angenehmste Tauchspot Kapstadts, zumindest im Bezug auf Wassertemperatur und Einstiegstkomfort.

Man parkt auf einem weitläufigen Parkplatz, hat direkten Zugang zu Toiletten und Duschen und kann nach dem anlegen des Equipment über einen schönen Sandstrand direkt in’s Wasser einsteigen. Eine Pipeline dient als Einstiegspunkt, an der entlang man sich den Weg suchen kann.

In den Betonklötzen entlang der Pipeline haben sich Oktopusse eingenistet. Man kann sie meist gut von oben sehen, sie werden ihre Behausung aber nur selten verlassen. Bitte denkt daran, nicht nur weil es eine marine protected area ist, die Tiere in Ruhe zu lassen.

Am Ende der Pipeline lohnt ein Blick hinein, hier sitzen oft kleine Shy sharks oder auch Pyjama sharks, es ist hilfreich eine Lampe dabei zu haben.

Auf halber Strecke zwischen dem Ende der Pipeline und dem Einstieg befindet sich rechts (wenn auf den Strand zuschwimmend) ein kleines Bootswrack, welches man sich noch anschauen kann.

Bitte haltet euch, vom Strand aus gesehen, immer links von der Pipeline. Rechts befindet sich ein Marinestützpunkt und dort ist man wenig angetan von Besuchern.

Cow sharks am Pyramid rock

Der für mich mit weitem Abstand spannendste Tauchgang in Südafrika war das Tauchen mit Haien am pyramid rock. Hierher gelangt man, indem man vom long beach weiter südlich fährt und südlich von boulders beach die kleine Straße zum Bootseinlass herunterfährt.

Hier ist auch der Einstiegspunkt von dem aus man zu den Tangwäldern hinaus schwimmt. Sobald man diese unter sich erkennen kann, sollte man abtauchen und sich in der Nähe des Meeresbodens aufhalten.

Die hier anzutreffenden Kammzähnerhaie (Cow sharks) werden mehr als 3m lang und über 100kg schwer. Die Haie sehen aus wie alte Herren mit fehlendem Gebiss, sind also durchaus auch vom Äußeren her eher friedlich. Sobald ihr auf dem Meeresboden seid, sollte es maximal 5–10 Minuten dauern bis einer an euch vorbei zieht.

Auch wenn diese Tiere unglaublich friedfertig sind und ich von keinem einzigen Vorfall mit Tauchern weiß, bitte lasst die Finger von ihnen. Sie kommen von alleine sehr nah zu den Tauchern, sodass man tolle Fotos und Videos machen kann. Es gibt also gar keine Notwendigkeit sie zu jagen oder anzufassen.

Wer ein wenig Angst vor Haien hat, sich dieser aber stellen möchte: Hier ist ein toller Ort das zu tun.

Windmill

Windmill ist – ähnlich wie Long Beach – ein sehr entspannter Tauchspot. Der Weg führt einen an Pinguinen vorbei zum Strand von welchem aus man an den im Wasser liegenden Felsen entlang tauchen kann. An den Felsen gibt es bunte Korallen, Seeigel und einige kleine und große Fische. Nahe am Strand gibt es ein paar größere Tangfelder und kleine Steinblöcke unter denen sich Crayfische und Seesterne verstecken.

Ein guter Einsteigertauchspot.

M.V. Rockeater

In der Smitswinkel Bay gelegen, ist die MV Rockeater eines von fünf gesunkenen Schiffen. Da das Wrack mit einer Tiefe von bis zu 35m jenseits der 18m für Einsteiger liegt, sollte ein entsprechendes Brevet vorliegen (bspw. PADI Advanced Open Water).

Das Schiffswrack ist komplett intakt und kann wunderbar erkundschaftet werden. Wer sich entsprechend auskennt kann sicher auch versuchen hinein zu tauchen. Wir sind außen geblieben, bis auf einen kleinen Abstecher durch’s Führerhaus.

Die Sicht variiert stark und kann zwischen 5 und 10m liegen, meist ist die Sicht allerdings relativ schlecht, was auch der Tiefe geschuldet sein dürfte. Es lohnt sich in jedem Fall eine Tauchlampe mitzunehmen.

Das Wrack muss mit dem Boot angesteuert werden, hierbei hilft euch eines der lokalen Tauchcenter in Muizenberg.

Fazit

Tauchen in Kapstadt ist etwas für sportlich ambitionierte Taucher, es ist nicht vergleichbar mit Tauchgängen in tropischen Gewässern oder deutschen Seen. Wenn man dies berücksichtigt, kann man hier fantastische Tauchgänge erleben und eine tolle Zeit haben.

Die beiden Tauchcenter die ich aus persönlicher Erfahrung empfehlen kann sind das Into the blue scuba dive center in Sea Point und Down south scuba in Muizenberg. Beide arbeiten eng zusammen, sodass ihr eine Vielfalt an Angeboten wahrnehmen könnt. Solltet ihr hier einen Tauchgang buchen sagt Hallo von mir und bitte vergesst nicht den DMs ein nettes Trinkgeld zu geben!

Mein Lieblingstauchspot in Kapstadt war Pyramid Rock, dicht gefolgt von Strawberry Rock. Ich mag es eben sehr, mit großen Tieren interagieren zu können und Seehunde sowie Haie gehören definitiv dazu. Wann immer ich konnte habe ich versucht auf false bay side zu tauchen. Auch wenn die Anfahrt mit einer guten Stunde etwas länger ist, fand ich das nicht schlimm da man die ganze Zeit eine tolle Aussicht über die Kapregion hat.

Ich freue mich auch sehr über Feedback, wenn ihr da ward oder vorher Fragen habt!