Kindle im Bett

Bücher zum Thema Tauchen die mich fesselten

Bücher fesseln mich leider eher selten, meistens sind es so Ein bis Zwei im Jahr die ich wirklich gebannt durchlese. Dieses Jahr waren es schon drei und alle handelten vom Tauchen. Ich habe oft gesucht im Internet und zum Thema Tauchliteratur fand ich immer nur Hinweise auf Lehrbücher der einzelnen Tauchverbände. Diese würden mich vermutlich in ähnlicher Weise an meinen E-Book Reader fesseln wie Kochbücher 😉

Ich habe alle Bücher auf Englisch gelesen, einige gibt es auch nur in der Originalfassung während Andere auch in’s Deutsche übersetzt wurden. Ich verlinke wo möglich beide Varianten. Das erste Buch – Shadow divers – habe ich kostenlos als Hörbuch bekommen, und in Island während meiner Zertifizierung zum Divemaster gehört.

Irgendwann sah ich eine Dokumentation zum Thema Tauchen auf Youtube und darin ging es neben dem letzten Tauchgang von David Shaw auch um die Identifizierung eines deutschen U-Boot vor der Küste New Yorks durch John Chatterton und Richard Kohler. Mit diesen Namen im Gepäck war es dann etwas einfacher die folgenden Bücher zu finden, die ich euch heute vorstellen möchte.

Alle Bücher die ich zum Thema Tauchen bisher verschlang

Shadow divers – Im Sog der Tiefe

Shadow divers erzählt die Geschichte einer Gruppe von Tauchern die vor der Küste New Yorks das Wracke eines deutschen U-Bootes entdecken und sich zur Aufgabe machen, dieses einwandfrei zu identifizieren. Die Geschichte spielt Anfang der 90er Jahre, in einer Zeit in der Mixed-gas Tauchen gerade erst aufkam bzw. von vielen noch als zu riskant eingestuft wurde, weshalb viele der Tauchgänge zu U-Who – so hatte Chatterton das unbekannte Wrack getauft – mit normaler Atemluft stattfanden. Diese Aussage wird dann interessant, wenn man bedenkt dass U-Who auf einer Tiefe von 70m liegt.

Die Geschichte hat alles was man für eine großartige Erzählung braucht: Tragische Helden, waghalsige Abenteuer, Tragödien und Glücksmomente. Über sieben Jahre dauert die Mission und während viele der Mitglieder schon früh aussteigen, bleiben einige (wie Chatterton) dabei und neue (wie Kohler) kommen hinzu. Beide zahlen letzten Endes einen hohen Preis, denn ihre Frauen verlassen sie, während drei andere Mitglieder der Expedition den ultimativen Preis bezahlen. Ein Taucher stirbt am Meeresgrund und zwei weitere erleiden schwere Fälle von Dekompressionserkrankungen und sterben an den Folgen. Die Taucherkrankheit ist Teil der Geschichte und wird im Buch detailiert beschrieben, genauso wie die Geschichte des Gerätetauchens und Gundlagen des technischen Tauchens. Das Buch ist allerdings in keiner Weise ein Sachbuch!

 

Besonders reizte mich an dem Buch die Tatsache, dass es den Tauchsport in seinen Ursprüngen beschreibt, in einer Zeit in der vieles noch reine Theorie war und Pioniere wie Chatteron und Kohler den Sport definierten. Auch wenn es sich um eine wahre Geschichte handelt, muss man wohl leider sehr kritisch hinterfragen wie objektiv sie erzählt wird. Das wird insbesondere dann klar, wenn man sich auch das Buch The last dive anschaut, in dem die Geschichte von einer anderen Person und Seite erzählt wird und deutliche Unterschiede sichtbar werden.

Shadow divers – Englisch

Im Sog der Tiefe – Deutsch

 

The last dive

In The last dive berichtet der Tauchlehrer Bernie Chowdhury über den Tod der beiden Taucher Chris und Chrissy Rouse, Vater und Sohn die 1992 bei einem Tauchgang zum U-Who U-Boot vor der Küste New Yorks starben. Das ist zumindest der rote Faden im Buch, die Ausführen erstrecken sich allerdings noch um viele weitere Ereignisse wie deren Ausbildung zu Höhlentauchern in Florida und seine eigene Ausbildung zum Taucher. Chowdhury berichtet außerdem aus erster Hand wie sich die Taucherkrankheit – The bends – anfühlt, denn er tauchte in einem Moment der Panik aus einer Tiefe von mehr als 50m ohne Dekompressionstop auf und überlebte diesen Vorfall nur durch großes Glück.

Dieses Buch beschreibt u.a. auch die Geschehnisse um die Identifizerung des U-Who aus einer anderen, neutraleren Sicht und da Chowdhury das Wrack ebenfalls betaucht hat sind diese Ausführungen natürlich umso spannender. Neben einem großen Fokus auf Dekompressionserkrankungen und auch psychische Hintergründe von Tauchunfällen, war das Fesselnste an diesem Buch für mich klar erkennen zu können das hier jemand persönliche Erlebnisse nutzt um externe Geschehnisse zu beschreiben. Wenn jemand der die Qualen einer zu schnellen oder fehlenden Dekompression selbst erfahren hat, die Geschehnisse um die Rouses kommentiert, bekommen diese einen ganz anderen Hintergrund. Außerdem werden in diesem Buch Parallelen im damaligen Tauchsport  sichtbar, wo Höhlentauchtechniken zum ersten Mal auch bei Tiefseewracks Verwendung finden und Gemischtgas-Tauchen erst langsam Einzug erhält.

 

Pirate hunters

Bei Pirate hunters handelt es sich weniger um ein Buch zum Thema Tauchen an sich sondern mehr um die Geschichte von John Chatterton und John Mattera, die sich auf die Suche nach einem im siebzehnten Jahrhundert gesunkenen Piratenschiff machen. Das Tauchen steht hierbei eher im Hintergrund und auch die technische Seit der Suche wird nur in ihren Grundzügen erklärt. Das Buch fesselte mich als Leser aber dadurch, dass es sehr realistisch beschreibt wie explorative Expeditionen meist ablaufen und das dies weit weniger abenteuerlich ist als man sich dies wohl vorstellt. Sehr detailiert beschreibt der Autor – der auch Shadow divers verfasste – die Anstrengungen welche die beiden Abenteurer auf sich nehmen, das nervenzehrende Warten und die schwierigen Umstände.

Wer sich für den Tauchsport nicht nur aus taucherischen, sondern auch aus explorativen Gründen interessiert und zwischen den Zeilen lesen kann wird hier eine hilfreiche Informationsquelle vorfinden. Von logistischen Herausforderungen über die Finanzierung bis hin zu historischen Recherchen und politischen Quelereien werden alle Aspekte der Expedition angesprochen und der Leser bekommt einen guten Rundumblick auf ein solches Vorhaben.

Bücher über’s Tauchen auf meiner Wunschliste

Diving into darkness

Die tragische Geschichte von Dave Shaw ist der Inhalt von ‚Diving into darkness‚. Dave Shaw ist ein Südafrikaner und neben Sheck Exley einer der Pioniere des Höhlentauchens. Während eines Weltrekordversuchs in einem Höhlensystem im Norden des Landes entdeckt er die Leiche eines Kollegen und entschließt diese einige Zeit später zu bergen. Mit fatalen Folgen…

Raising the dead

In ‚Raising the dead‚ wird ebenfalls über Dave Shaw geschrieben und so wie ich die Rezensionen verstehe geht es hier mehr um die technischen Details der Aktion. Aber egal in welchem Blickwinkel das Buch die Geschichte angeht, aus den zwei Büchern zum Thema U-Who wurde mir klar dass es immer eine gute Idee ist einen realen Sachverhalt aus zwei Blickwinkeln zu beleuchten.

The fireside diver

In ‚The fireside diver‚ teilen viele bekannte Taucher ihre Geschichten zum Thema. Die Rezensionen sind gemischt und es gibt keine E-Book Variante, deshalb landet das Buch etwas weiter unten auf meiner Liste.

Lost wife, saw barracuda

Bei ‚Lost wife, saw barracuda‚  handelt es sich um die Geschichten eines Tauchlehrers die er lustig zusammenfasst. Die Rezensionen sind ziemlich gut und deuten auf ein kurzweiliges Lesevergnügen hin. Derzeit bin ich eher an technischem Tauchen interessiert und weniger am recreational diving, also landet dieses Buch für eine spätere Zeit auf dem Kindle.

 

Mystery of the last Olympian

In diesem Buch beschreibt Richard Kohler, einer der Protagonisten aus Shadow Divers, die Umstände um das Schwesterschiff der Titanic und beleuchtet u.a. auch den historischen Kontext. Das Thema Tauchen kommt ebenfalls nicht zu kurz, so wird zum Beispiel in großem Detail beschrieben was es bedeutet in Tiefen von über 100m hinab zu tauchen.

Mystery of the last Olympian ist ein weiteres Buch mit großem Potential und derzeit ganz weit oben auf meinem Amazon Wunschzettel.

Historische Bücher über’s Tauchen

Diese Bücher werden heute nicht mehr gedruckt und so kann man nur hier und da mal gebrauchte Exemplare finden. Leider sind auch keine digitalen Versionen vorhanden.

 

Basic Cave Diving: A Blueprint for Survival

Sheck Exley, einer der Pioniere des Höhlentauchens schrieb in den 80ern den Leitfaden zum Überleben, ‚Basic Cave Diving: A Blueprint for Survival‚.  Die wenigen Verfügbaren Kopien stehen vermutlich bei älteren Tauchern im Regal oder in Tauchschulen die sich mit technischem Tauchen auf höchstem bzw. tiefstem Niveau beschäftigen.

 

Caverns measureless to man

In ‚Caverns measureless to man‚ beschreibt Exley dann etwas später wie er den Sport wahrnimmt und beschreibt seine persönliche Laufbahn detailiert. Außerdem beleuchtet er den Werdegang dieses jungen Sports und seine Historie. Ebenfalls ein Klassiker den man leider nicht auf dem Kindle bekommt sondern nur bei Sammlern.

 

Fazit

Insbesondere Bücher in den es um das Tauchen jenseits der recreational limits geht, also tiefer als 40m und in overhead environments fand ich extrem spannend und habe sie mit großem Vergnügen gelesen. Auch das Tauchen mit einem bestimmten Ziel – also einem Anderen als möglichst viele bunte Fische zu sehen oder kaltes Wasser zu vermeiden – fasziniert mich und so sind insbesondere die Geschichten von Chatterton und Kohler von hohem Interesse für mich.

Die Bücher sind übrigens ein tolles Geschenk für Familie und Freunde die gerade mit dem Tauchen angefangen haben.

 

 

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