Gardur

Tauchen im Nordatlantik bei Garður in Island

Während meiner Entdeckungsreise zum Tauchen in Island führten uns unsere Guides auch in den „warmen“ Atlantik…

Leserhinweis: Bitte hier nicht ohne Guide tauchen! Die Ecke ist wirklich nicht ohne und Oli (Danke für den Hinweis) musste hier offenbar schon mehrmals Tauchern aus der Patsche helfen. Ich kann das bestätigen, bei all meinen Tauchgängen hier war es ziemlich anstrengend und man verliert sehr schnell die Orientierung!

Bei Garður – was übersetzt Garten heißt – finden sich dutzende von Pflanzenarten in den weitläufigen Tangwäldern unter Wasser. Diese sind wiederum Lebensraum für viele verschiedene Lebewesen wie Schnecken, Seesterne Krabben und Krebse.

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Hier finden sich neben wohlbekannten Fischen wie Flunder und Seelachs auch exotischere Vertreter ihrer Art. So tummeln sich in den Spalten der Hafenmauern einige Wolfsfische, die man nur in den nördlichen Regionen des Atlantik rund um Island, Grönland und im Norden Kanadas findet. Auch Skorpionfische verstecken sich am Boden der Unterwasserwälder und lauern dort ihrer Beute auf. Auch wenn das Gift in ihren Stacheln schmerzhaft ist, kann es dem Menschen nicht gefährlich werden. Die Guides der Tauchschule in Island führen einen regelmäßig zu Tommi, dem Seeteufel der in einer Höhle in der Piermauer lebt.

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Außerdem leben hier auch viele bekannte Ozeanbewohner wie der Seestern, verschiedene Krabben und selten auch Quallen. Die Fauna ist unaufgeregt und zeigt sich in eher gedeckten Farben, wodurch es umso spannender ist sie zu erkennen.

Wir kommen an einem schönen und relativ sonnigen Tag nach Garður und schauen uns zuerst den Wasserstand an. Die Flut ist da und wir können nach dem anlegen der Taucherausrüstung direkt mit einem Riesenschritt in’s Hafenbecken abtauchen. Das Wasser ist im Vergleich zu den inländischen Seen sehr warm, wir tauchen bei etwa 10°C ab und orientieren uns in zwei Gruppen kurz an den Mauern entlang und biegen dann in den Tangwald ab.

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Es dauert ein wenig bis wir die ersten Lebewesen erkennen, da diese sich sehr geschickt tarnen. Als erstes erkenne ich eine Flunder, als sie von einem anderen Taucher aufgeschreckt wird und an mir vorbei flüchtet. Etwas später huscht ein kleiner Seeteufel an mir vorüber und verschwindet blitzschnell wieder im Dickicht.

Die Strömung ist heute ein wenig stärker, weshalb wir uns beim zweiten Tauchgang für eine andere Route entscheiden. An der Behausung von Tommi dem Seeteufel kommen wieso heute nicht vorbei. Unsere Tauchgruppe hat auch leider kein Glück, einen anderen Fisch dieser Gattung zu erblicken. Die zweite Gruppe berichtet später von einem kurzen Intermezzo mit einem Kollegen von Tommi.

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Was am Tauchen im Nordatlantik besonders ist kann ich nur aus meiner eher begrenzten Erfahrung als Anfänger beschreiben und mich auf das beziehen was meine sehr erfahrenen Buddies Claudia und Rüdiger berichten: Hier ist das Tauchen nicht so aufgeregt wie in südlicheren Ozeanen wie dem Südpazifik, Mittelmeer oder in der Karibik. Statt bunter Fische, Korallen und Schildkröten findet man hier gut getarnte Miesepeter wie die Flunder und den Wolfsfisch. Die Sichtweite ist generell nicht sehr hoch und es sind mehr Schwebstoffe im Wasser. Dass alles macht das Tauchen hier technisch wohl etwas anspruchsvoller, insbesondere gepaart mit der Notwendigkeit eines Trockenanzugs, denn die Wassertemperatur beträgt regelmäßig weniger als 10°C. Für mich als Anfänger waren die Tauchgänge im Meer bei Island eine besonders spannende Herausforderung, denn es gab viel Neues zu lernen und zu entdecken. Meine dive buddies hatten fast alle mehr als 100 Tauchgänge in ihren logs und sagten Ähnliches, es scheint also nicht nur für Anfänger eine Herausforderung zu sein. Ich habe während den Tauchgängen auf jeden Fall viel dazu gelernt, insbesondere meine buoyancy bzw. Tarierung hat sich wesentlich verbessert.

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In Kooperation mit Dive.IS.

3 Gedanken zu „Tauchen im Nordatlantik bei Garður in Island

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