Die besten Wracks zum Tauchen in Kapstadt

Kapstadt ist ein Traum für Taucher mit einer Vorliebe für Wracks. In den Gewässern um die Halbinsel liegen hunderte gesunkener Schiffe. Vom kleinen Fischerboot bis zum riesigen Tanker, vom Kutter bis zur mobilen Bohrplattform ist alles dabei.

Die meisten Wracks sind durch eine kurze Bootsfahrt zu erreichen, meistens im Bereich von 20 Minuten oder weniger. Manchmal kann man sogar direkt vom Strand oder den Steinhängen in’s Wasser gehen und zügig zu den gesunkenen Schiffen kommen.

Manche der Wracks sind schon bis zur Unkenntlichkeit zerfallen, andere sind so gut erhalten, dass man sich noch die Seeleute auf ihren Posten vorstellen kann.

Ich habe einige von ihnen betaucht und möchte hier eine kleine Übersicht geben. Vorhang auf für Kapstadts beste Schiffswracks!

Das Wrack der Antipolis bei Oudekraal

Die Antipolos ist ein Tanker der zusammen mit der Romelia 1977 an die Küste geschleppt wurde. Durch starke Wellen verhedderten sich die Seile, rissen und die beiden Schiffe sanken an ihrem jetzigen Liegeort.

Das Wrack liegt in 7–10m Tiefe und ist über einen etwas holprigen Weg von der Küste aus zu erreichen. Alternativ mit dem Boot aus Hout Bay heraus. Es ist super geeignet für alle die sich dem Wracktauchen langsam nähern wollen, da die meisten Teile des Schiffes zugeschnitten wurden um nicht mehr aus dem Wasser zu ragen. Es gibt nur wenige Stellen an denen man als Anfänger innerhalb der Überreste tauchen sollte, aber man kann trotzdem sehr viel sehen weil eben nur noch die Hülle da liegt.

Taucher inmitten des MV Antipolis Wracks

Taucher inmitten des MV Antipolis Wracks

Die Tierwelt ist relativ vielfältig. Man sieht viele kleine Fische, Hummer und ab und zu auch mal eine Qualle. Das Wasser ist im Winter bei 10–15°C und im Sommer bei nur wenig mehr ziemlich kühl. Aus Erfahrung weiß ich, das Frauen meist nur einen TG mitmachen, das sollte man bedenken wenn man an dieser Position mehrere TG gebucht hat.

MV Antipolis bei Wikitravel

Clan Stuart – Das Anfänger-Wrack in Simon’s Town

Die Clan Stuart ist ein 1914 gesunkenes Dampfschiff der Briten, welches Kohle transportierte. Der Anker verhedderte sich und seitdem hat sich das Schiff nicht mehr weg bewegt.

Das Wrack ist mit Sicherheit das am einfachsten zu erreichende in der Kapregion: Man parkt gegenüber des Strand, zieht sich um und geht dann einfach in’s Wasser. Wer Luft sparen will schwimmt die ca. 100m zum Wrack und taucht dann auf etwa 8m ab. Ein sehr entspannter Tauchgang bei dem es neben den Überresten des Schiffes vor allem viele Fische, und Calamari zu sehen gibt. Die putzigen kleinen Kopffüßler leben an der Ostseite des Schiffes und wenn man sich mit zwei zum Peace-Zeichen geformten Fingern annähert, kommen sie auch gerne mal um sich den vermeintlichen Kumpel anzusehen. Dabei wechseln sie auch schonmal aufgeregt ihre Farben hin und her.

Technisch ist das Wrack unspektakulär. Es gibt einige Stellen an denen man unter den Trümmern hertauchen kann und eine größere “Höhle” in die man hinein schwimmen kann. Empfehlenswert ist das allerdings nicht denn es gibt nichts zu sehen und man muss rückwärts wieder raus. Allerdings eignet sich die SS Clan Stuart ganz hervorragend für Nachttauchgänge.

Da das Wrack in False Bay liegt, sind die Wassertemperaturen im Normalfall etwas angenehmer, im Sommer können sie auch schonmal jenseits der 20°C liegen.

SS Clan Stuart bei Wikitravel

Aster – Ein Übungs-Wrack in Hout Bay

Ein weiteres Wrack im Atlantik, nahe Hout Bay: Die MV Aster.

Das Schiff wurde 1997 wissentlich versenkt, daher wurden vorher alle Stoffe und gefährliche Ecken und Kanten weitgehend entfernt. Das Schiff eignet sich perfekt zu ersten Penetrationstauchgängen, da es mit großen, weiträumigen Stellen ausgestattet ist. Es wurden sogar Einstiegsluken eingebaut.

Das Schiff liegt in etwa 25–30m Tiefe und ist daher erst ab einem advanced Level empfehlenswert. Wer das Wrack penetrieren möchte sollte sich entweder bereits auskennen oder jemand mitnehmen der das Wrack kennt. Eine Lampe ist immer empfehlenswert, denn auch wer nicht rein schwimmen will kann trotzdem von außen vieles sehen. Wer möchte kann Nitrox verwenden um die Non-Deko Zeit zu verlängern. Ein Trockenanzug bietet sich dann allerdings an, denn es wird ziemlich kalt.

Ich beim Sidemount Traning an der Aster

Ich beim Sidemount Traning an der Aster

Die MV Aster muss mit dem Boot angesteuert werden. Vom Hout Bay Hafen aus eine 5–10 minütige Fahrt und sehr entspannt.

MV Aster bei Wikitravel

BOS 400 – Das Riesen-Wrack

Der Endgegner der Kapstädter Wracks, zumindest für mich bisher 😉

Das Wrack der BOS400 liegt seit 1994 direkt and der Küste bei Sandy Bay und ziemlich gut erkennbar, denn große Teile des Schiffes sind zu jeder Zeit über dem Wasser gut erkennbar. Die BOS 400 ist ein französisches offshore construction Boot, welches vom Kongo aus hierher gezogen wurde. Während eines Sturms riss die Verbindungsleine und der Koloss lief auf Grund. Nach verschiedenen Bergungsaktionen schrieb man das etwa 12 Tausend Tonnen schwere und 100 Meter lange Schiff ab und überließ es uns Tauchern. Das Helipad riss im Jahr 2010 ab und stürzte in die Tiefen.

Taucher vor dem Wrack der BOS400

Taucher vor dem Wrack der BOS400

Das Wrack liegt auf einer Tiefe von etwa 20m und ist dadurch für Anfänger sowie Fortgeschrittene gut zu betauchen. Das Kalte Atlantikwasser hat an dieser Stelle oft schlechte Laune, weshalb man mit dem Wetter schon Glück haben muss.

Obwohl es viele Penetrationsmöglichkeiten gibt, sollte man diese nur wahrnehmen wenn man sich entsprechend auskennt und sich seiner Sache sicher ist. Unerfahrene Taucher sollten trotzdem eine Lampe mitnehmen, denn es gibt viele Luken zum Hineinschauen.

Dieses Wrack ist für mich persönlich das Highlight gesunkener Schiffe in Kapstadt und die Tatsache, dass ich es nur ein Mal behauchen konnte ärgert mich bis heute. Ich werde wiederkehren!

MV BOS 400 bei Wikitravel

Smits Wracks in False Bay

Das Smits Reef befindet sich ebenfalls in False Bay und ist vom Miller’s Point nur ein paar Minuten mit dem Boot entfernt.

Neben verschiedenen Riffen, Korallen und einem kleinen Labyrinth finden sich hier auch mehrere gesunkene Schiffe. In einer Tour kann man von Wrack zu Wrack tauchen und je nach Luftvorrat dabei bis zu 5 verschiedene Schiffe sehen: Die SAS Transvaal, die MV Orotava sowie die MV Princess Elizabeth, die SAS Good Hope und die MV Rockeater.

Die Schiffe liegen auf verschiedenen Tiefen von 25 bis 40m und sind daher advanced Level Tauchern vorbehalten. Nitrox ist empfehlenswert um die Non-Deko Zeit zu erhöhen.

Ich habe die MV Rockeater bei meinem Advanced OWD betaucht, als Deep- und als Wrack-Speciality. Später habe ich mir die SAS Good Hope angeschaut, als Vorbereitung auf meinen technischen Tauchschein.

Smits Reef bei Wikitravel

Wo kann ich in Kapstadt Tauchgänge zu Wracks buchen?

Für mich gibt es in Kapstadt vornehmlich zwei Tauchbasen die ich von ganzem Herzen empfehlen kann. Bei Into the blue in Seapoint habe ich den Sport kennen und lieben gelernt und bei Ollava in Simon’s Town habe ich meine ersten Schritte in Richtung technisches Tauchen gemacht.

Bei beiden seid ihr hervorragend aufgehoben, trotzdem hier eine kleine Entscheidungshilfe: Taucht ihr auf der Atlantikseite ist ITB näher, für False Bay bietet sich Ollava an. Für reine Sporttauchgänge ist ITB eine gute Wahl, bei technischen Tauchgängen und Sidemount seid ihr bei Rudy von Ollava bestens aufgehoben.

Bitte sagt bei beiden liebe Grüße von mir  😉

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