“You are lucky”

…ist die Phrase die ich während der Tour bisher wohl am meisten gehört habe. Das Wetter ist wirklich super, Schottland zeigt sich von seiner schönsten Seite.

Seit heute bin ich stolzer Besitzer eines ausgiebigen Sonnenbrandes an den Beinen, ich glaube das ist für einen Schottlandurlaub auch eher ungewöhnlich.

Ich werde mal versuchen in den kommenden Beiträgen die Ereignisse von heute zeitlich korrekt wiederzugeben. Inklusive der Bilder, die alle sehen wollen :)

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Crianlarich und Tyndrum

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Ich muss öfter schreiben, sonst vergesse ich zu viel. Leider ist die Netzabdeckung hier oben mehr als schlecht. Internet hat man nur in den kleinen Orten und auch da nur GPRS.

Die Zugfahrt war super, sehr schöne Aussicht auf Loch Lomond und die umliegenden Berge. In Crianlarich war tatsächlich ein kleiner Laden direkt am Bahnhof und tatsächlich hatten sie Flickzeug. Juhu.

Von dort aus ging die Fahrt dann wieder über den WHW rauf nach Tyndrum. Hier hat es einen kleinen Store der einem im Kontext der Bisherigen wie ein Wal-Mart vorkommt. Sie haben im Grunde alles da, nur Flickzeug hätten sie nicht gehabt ;)

Ich habe im “By the way Hostel” eingecheckt wo ich mangels freier Zimmer eine kleine Hütte bekam. Alles sehr basic hier, die Camper sind aber nett. Nachdem ich geduscht, den Reifen geflickt und kurz mit den Nachbarn geplaudert hatte, ging es nochmal kurz zum “The real food safe” um die Ecke wo man traditionelles fast food, also fisch & chips bekommt.

Da habe ich dann auch zwei Bekannte von gestern wieder gesehen, Mutter &  Tochter die zusammen den WHW wandern. Legen ein ordentliches Tempo vor die beiden. Sie haben sich wohl in einem B&B einquartiert. Mal sehen wo ich sie das nächste mal sehe. Ich fühle mich ein bißchen an die Geschichten vom Jakobsweg erinnert…

Während ich auf mein Essen warte komme ich mit der Kelnerin in’s Gespräch, die wie sich heraustellt ein halbes Jahr in Jena studierte. Sie kommt ursprünglich aus Krakau und ist wegen ihrem Freund nach Schottland gezogen, nachdem sie fertig studiert hatte. 120 Einwohner hat der Ort, aber nur wenn Saison ist, sonst weniger ;)

Das essen war super, ich bin platt und ziehe mich in meine Hütte zurück. Morgen geht es nach Inveroran, das sollen die schönsten Passagen des WHW sein… ich bin gespannt wie ein Flitzebogen!

Gute Nacht!

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Tarbet

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Die Nacht war erholsam, auch wenn das Bett im Bunkhouse eher was für kleine Leute ist. Das Frühstück war OK, es gab Toast, Müsli und Gebäck. Dazu Kaffee oder Tee und Orangensaft.

Bis zur Abfahrt der Fähre habe ich mit Dave geplaudert und die Katze gekrault. Außerdem gab es da noch einen Reifen zu wechseln. Im Schlauch ist nur ein kleines Loch, ich hoffe also in Crianlarich zumindest Flickzeug zu bekommen, das würde mir erstmal reichen.

Dorthin führt meine Reise nun also, per West Highland Route, mit dem Zug. Der fährt nur 3 mal am Tag, ich habe aber Glück und bin pünktlich um 13:37 am Bahnhof. Abfahrt.

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Mist…

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Ersatzschlauch 1 von… 1. Dann muss ich wohl heute endlich mal irgendwo einen Laden finden. Diese scheinen hier sehr rah gesäht…

Erstmal frühstücken, vielleicht hat Dame eine Idee.

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Drymen, Rowardennan, Inversnaid Bunkhouse

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Ich glaube noch nie habe ich bei einer Radtour so viel geflucht wie heute. Nach Rowardennan wird der WHW für Radfahrer echt zur Qual. Der Weg durch einen kleinen Wald führt hügelig an den Ufern des Loch Lomond entlang und so kommen nicht nur einige Höhenmeter zusammen, diese sind auch noch größtenteils zu Fuß zu erledigen weil der Weg einfach total verblockt ist. Alle 50m muss man absteigen und tragen. Ein Wanderer am Hotel sagte mir der kommende Abschnitt wäre noch wesentlich schlimmer und für Radfahrer absolut lebensgefährlich, weil man schon zu Fuß oft mit den Händen Gleichgewicht und Halt herbeiführen müsse. Trägt man dann ein Rad ist es schnell vorbei und deshalb werde ich morgen mal nach einer alternativen Route schauen.

Der Weg war zwar mehr als schlecht zu fahren, aber echt schön. Ich glaube als Wanderer hat man mehr davon, auch wenn die meisten Gehstockschwinger mir ebenfalls einen sehr gefrusteten Eindruck machten. In diesem Abschnitt versteckte sich Rob Roy während seiner aktiven Zeit, im nächsten liegt dann sein Gefängnis.

Rein fahrtechnisch war der Track heute schon äußerst Anspruchsvoll, viele sehr steile Passagen mit verblockten Ecken und verwurzelten Anstiegen. Würde ich mit S3 klassifizieren, wo fahrbar. Die Strecke den Hill hinauf war bis auf die letzten 300m absolut gut fahrbar, dann war tragen angesagt. Den Berg runter war anspruchsvoll, aber für geübte Downhiller sicherlich ein Traum. Am Loch entlang auch alles super. Schlimm ist wie gesagt nur der Forest Park zwischen Rowardennan und Inversnaid.

Nachdem die Leute in Rowardennan unfreundlich und das Hotel mir zu teuer war bin ich nun echt froh im Bunkhouse bei Dave zu sein. Als erstes will er deinen Namen haben, nicht wegen der Rechnung sondern damit er dich persönlich ansprechen kann. Die ehemalige Kirche liegt an einem kleinen Hügel etwa eine Meile oberhalb des hiesigen Hotel, hat Betten, einen Pub, free Wifi und damit alles was man braucht ;)

Heute werde ich gut schlafen, da bin ich mir sicher!

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Off to Loch Lomond

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Nach einer guten Mütze voll Schlaf und einem ausgezeichneten schottischen Frühstück wird die Reise nun fortgesetzt. Erstmal runter nach Drymen und von dort aus am Ufer des Loch Lomond entlang.

Arsen erzählte der Weg verläuft größtenteils durch Wald, erst am Ende gibt es wieder weite Ausblicke. Es soll aber einige Tiere zu beobachten geben, viele Raubvögel, Wild und seit einiger Zeit treiben sich auch große Raubkatzen hier herum. Früher hatten viele Landwirte wohl kleine Zoom mit diesen Katzen und haben sie einfach in die Natur entlassen, als gesetzliche Auflagen für die Haltung erlassen wurden.

Außerdem Schafe ;)

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Drymen / Croftamie

Die erste Etappe war eine Kurze. Ich bin erstmal in Ruhe die ersten 20km nach Drymen gefahren. Der Weg war gut, wenige steinige Ecken, maximal S2 würde ich sagen. Nervig waren die ganzen Schaftore, die manchmal alle 500m im Weg stehen. Höhenmeter waren bisher kaum, die werden wohl erst nördlich von Loch Lomond kommen. Dahin breche ich morgen auf.

Für heute habe ich mich im Oakbank B&B in Croftamie einquartiert. Sehr schönes Zimmer, nette Gastgeberin die “Arwen” heisst, ein “Puppy” der mir schon bis zur Hüfte reicht und morgen ein gutes schottisches Frühstück. Kostet 30GBP und ist jeden penny wert.

Abendessen gab es im “Wayfarers”, eine kleine Pub/Restaurant Mischung. Recht teuer, aber das scheint mir hier normal zu sein. Lecker war’s auf jeden Fall…

Morgen geht es weiter nach Norden, am Loch Lomond entlang…

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Edinburgh

Gerade in Edinburgh angekommen, Busse nehmen keine Fahrräder mit. Na schönen Dank auch. Gönne mir also ein Taxi zum Bahnhof und der nette Taxifahrer erzählt auf dem Weg von der Stadt, den Highlands, den Deutschen und den Engländern. Auch nicht schlecht, so eine kleine persönliche Stadtführung.

Kurz darauf sitze ich im Zug Richtung Milngavie, auf geht’s…

Update
Am besten man lässt sich zum Haymarket fahren, nicht zu Waverly (Der Hauptbahnhof), das spart einem ein paar €. Von Edinburgh nach Milngavie kommt man über Hyndland (Zug), also ohne Umweg über Glasgow. Am Ende der Tour kommt man von Fort William mit dem Zug über Glasgow nach Edinburgh, das ist eine durchgängige Zuglinie, kostet aber 36 GBP.

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Aufbruch & Bike checkin

Pünktlich um 8 bin ich zum Flughafen aufgebrochen. Vor Ort ging’s mit dem Schuttlebus zum Terminal wo ich das Rad einchecken musste. Das passiert ganz normal am Schalter, man bekommt einen Aufkleber und bringt das Rad dann um die Ecke zum Sperrgepäck. Ganz easy, dauert 2min am Schalter.

Flug geht gleich los, schreibe wieder sobald ich in Schottland Internet habe…

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