Kategorie: Reisen

Addo – Der Elefanten Park an der Garden Route in Südafrika

Addo Elephant Park

Der Elefantenpark in Addo gehört zu den beliebtestetn Nationalparks in Südafrika und das nicht ohne Grund. Auf dem riesigen Areal tummeln sich neben Hunderten Elefanten auch viele weitere große Wildtiere Afrikas. Er ist einer der wenigen Parks welcher die Big 7 beheimatet. Ja, hier werden auch der große weiße Hai und der Southern Right Whale aufglistet, auch wenn man sie leider nicht bestaunen kann weil der an den Ozean angrenzende Teil des Nationalparks zu weit entfernt von den Besuchercamps liegt.

Über den Addo Elephant Park

Der Addo Elephant Park liegt an der Südküste des Landes direkt bei Port Elizabeth und von diesem etwa eine Autostunde entfernt. Schon auf dem Weg zum Park kann man die Dickhäuter oft von der Straße aus unter den Bäumen erkennen. Mit einer Größe von mehr als 1600km ist er der größte Nationalpark in dieser Region Südafrikas und soll in den kommenden Jahren auf die doppelte Größe anwachsen. Das wäre ein großer Schritt nach vorn für die Erhaltung von Lebensraum für Wildtiere in Afrika.

Die Sonne auf dem Weg zum Addo Nationalpark

Die Sonne auf dem Weg zum Addo Nationalpark

In den 30er Jahren wurde der Park etabliert, weil die Population von Elefanten in der Region auf ein gefährliches Level gesunken war. Die durch Jäger und Bauern stark bedrohten Tiere waren immer wieder mit Menschen in Konflikt geraten und so wurde eine beispiellose Jagd gestartet bei der teilweise mehr als einhundert Tiere von nur einem Jäger innerhalb kürzester Zeit erlegt wurden.

Kurz vor der totalen Vernichtung der Population wurde glücklicherweise die Reissleine gezogen und der Park eingerichtet. Die Letzten verbliebenen Elefanten konnten sich hier erholen. Es dauerte über 20 Jahre bis sich der Bestand auf etwa 25 Tiere verdoppelt hatte und der Park um einige Hektar erweitert werden konnte. Seitdem entwickeln sich die Zahlen gut und seit etwa 10 Jahren wird die Population wieder reguliert um eine Überpopulation zu verhindern. Pläne sehen vor den Park in den kommenden Jahren weiter stark auszubauen.

Ausschau halten nach den Dickhäutern

Ausschau halten nach den Dickhäutern

Wo sind die Elefanten?

Wo sind die Elefanten?

Wer im Addo Park unterwegs ist kann entweder mit den eigenen Auto umher fahren oder eine geführte Tour mit einem Guide buchen. Letztere sind nicht besonders teuer und sicher empfehlenswert wenn man das Maxmimum aus dem Besuch herausholen will. Die Guides sind exzellent geschult, wissen zu jeder Zeit wo die Tiere sich aufhalten und sie sind fantastische Entertainer.

Über die Einwohner – Die Elefanten im Park

Heute Leben im Park etwa 400 Elefanten. Der afrikanische Elefant ist bis zu 4m groß und kann mehr als 7 Tonnen Gewicht auf die Waage bringen. Die Weibchen sind markant kleiner, tragen aber bei dieser Art ebenfalls Stroßzähne. Diese werden bei dem Männchen oft mehr als 3m lang und wachsen lebenslang, weil sie sich immer wieder bei Kämpfen und bei der Nahrunggsuche abscheuern.

Oh... Hi!

Oh… Hi!

Na!

Na!

Die großen Ohren haben die Damen und die Herren nicht um besser hören zu können sondern um sich zu aklimatisieren. Elefanten können nicht schwitzen und so erfolgt der größe Teil des Wärmetauschs bei ihnen über die großen Ohren durch die mehrer Liter Blut in der Minute fließen. Außerdem gehen die Dickhäuter gerne schwimmen und bewerfen sich danach mit Schlamm um ihre Haut vor der starken Sonne zu schützen.

Von asiatischen Elefanten kann man die afrikanischen am leichtesten durch die Hautfarbe unterscheiden, welche bei den Tieren im Osten rötlich gepunktet ist und bei den Afrikanern gleichmäßig grau. Außerdem sind die Ohren größer, die Rüssel haben zwei Finger und die Füße haben nur drei Zehen.

Großer Durst: Über 100 Liter Wasser trinkt ein Elefant am Tag

Großer Durst: Über 100 Liter Wasser trinkt ein Elefant am Tag

Eine hat nicht aufgepasst

Eine hat nicht aufgepasst

Elefanten sind generel ruhige und friedliche Tiere. Sie wandern den ganzen Tag über in leichtem Schrittempo und knabbern an allem was auf dem Weg herumsteht. Während die Weibchen in kleinen Herden von 5 bis 10 Kühen leben sind die Männchen Einzelgänger. Sobald sie in die Pubertät kommen sind sie einfach unerträglich für die Mädels und werden fort gescheucht. So lange bis die Damen Lust zu Kuscheln bekommen und… ihr wisst schon!

Wer einer Elefantendame zu nah kommt wird erst freundlich auf die Einhaltung einer höflichen Distanz hingewiesen, was sich durch das Aufstellen der Ohren und des Rüssels abzeichnet. Wer diese Signale ignoriert könnte durz darauf ein Problem bekommen, wenn nach einem kurzen und lauten Trompeten werden die Damen ungemütlich und dann will man nicht in der Nähe sein. Wer einen Elefantenbullen vor sich hat, sollte generell vorsichtiger sein. Insbesondere wenn die Tierte eine Nasse Stelle hintern den Augen haben, denn das ist ein Indiz dafür das sie ein bisschen geil sind und auch dann will man nicht in ihrer Nähe sein. Der Geheimcode für ‚Lass mich in Ruhe!‘ ist derselbe wie bei den Weibchen: Die Ohren und der Rüssel werden aufgestellt, Staub mit den Füßen aufgescharrt und zu guter Letzt trompetet der Bulle zum Angriff.

Hapoor – Der Chef im Addo Park

Etwa zehn Jahre nachdem die systematische Großjagd auf Elefanten in der Region um Addo beendet worden war wurde ein Elefantenbulle geboren der von dann an über Jahrzehnte der große Herscher im Park sein sollte: Hapoor.

Er war über dreißig Jahre lang das unangefochtene Alphatier im Park und tötete mehrere Rivalen in Kämpfen um die Rangfolge. Kurz vor seinem Tot erstach er die Elefantenkuh Granny welche einer Verletzung erlegen war und erlöste sie von ihrem Leiden indem er sie mit seinen Stoßzähnen erstach. Die Emtionswelt von Elefanten ist komplex und wenig erforscht, insbesondere weil lange Zeit nicht viele Herden mit intakten Sozialstrukturen in Parks vorzufinden waren.

Ein Elephantenbulle im Addo nationalpark

Ein Elephantenbulle im Addo nationalpark

Hapoor war auch der erste und einzige Elefant der einen Weg fand den eingrenzenden Zaun zu umgehen, entfloh dem Park und musste kurz darauf erschossen werden weil er sich nicht dazu überreden ließ wieder in den Park zurück zu kehren. Sein Haupt wurde präpariert und wacht heute über dem Eingangsbereich des Parks.

Es bleibt zu hoffen, dass die Herden in Addo sich weiterhin so gut entwickeln und uns Aufschluss über diese faszinierenden Tier und ihr Sozialverhalten geben.

Aufbruchsstimmung in Addo

Aufbruchsstimmung in Addo

Andere Tiere in Addo

Neben der großen Elefantenpopulation finden sich hier auch viele weitere typisch afrikanische Tiere. Neben Zebras, Springböcken, Kudus und Wildhunden finden sich hier auch diverse Großkatzen wie Löwen, Geparden und Hyänen. Antilopen, Warzenschweine und Erdmännchen finden sich hier ebenso wie Flußpferde und Nashörner. Der Park ist nur zu einem sehr kleinen Teil für Besucher erschlossen, sodass viele der Tiere für uns unsichtbar bleiben. Der Addo Park ist trotzdem einer der vielfältigsten in Südafrika und nicht nur wegen seiner Elefanten äußerst sehenswert.

Schakale in Addo

Schakale in Addo

Erdmännchen in Addo

Erdmännchen in Addo

Auch Zebras leben in Addo

Auch Zebras leben in Addo

Die Löwen wurden erst 2003 wieder in den Park eingewildert um die Population der Kudus und Springböcke natürlich zu kontrollieren. Hier entsteht also eine Umgebung für Tiere in denen sie selbst regulieren und artgerecht leben können und das ist das größte Geschenk welches wir ihnen und uns selbst machen können: Save Habitat!

Tagesmond über Südafrika

Tagesmond über Südafrika

Fakten zum Addo Elephant Park

Der Park befindet sich ca. 70km nordöstlich von Port Elizabeth an der R335.

Der Eintritt kostet etwa 15€ für Erwachsene und 7,50€ für Kinder. Die Übernachtungspreis liegen zwischen 65€ und 299€, es ist also für jeden Geschmack etwas dabei (Hier findest du die Preisliste des Parks).

Wie immer empfehle ich eine lokale SIM Karte für Südafrika zu kaufen und einfach mit dem Handy dorthin zu navigieren.

Kapstadt – Meine besten Fotos aus Südafrika

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Deshalb habe ich mich entschlossen hier mal ein Format zu probieren in dem Text nichts verloren hat und ohne große Umschweife: Hier sind einfach mal meine Lieblingsbilder aus Kapstadt, 2014.

Weil ich oft gefragt wurde: Alle Fotos sind mit einer Canon EOS 700D aufgenommen worden.

Kapstadt

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Seapoint ist der Stadtteil in Kapstadt direkt an der Promenade und lädt zu tollen Spaziergängen ein. Am besten man startet im Süden an der Promenade, zum Bespiel bei den Pools so gegen 18:00 Uhr und geht dann langsam die 2-4km hinauf zur V&A um dort den Sonnenuntergang bei einem Glas Wein zu genießen.

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Wenn Kapstadt eines kann, dann Sonnenuntergänge… Am schönsten sind sie entweder an der Promenade, auf dem Tafelberg oder wer es etwas sportlich mag vom Lions Head aus gesehen. Auch der Signall Hill bietet gute Aussichten zur Abendstunde.

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Bloubergstrand liegt etwas nördlich von Kapstadt und bietet am langgezogenen Strand eine tolle Sicht auf den Tafelberg. Man kann mit dem Bus oder Auto herkommen, tagsüber am Strand faulenzen und abends ein gutes Essen in einem der kleinen Restaurants am Strand genießen. Mein Tipp: On the rocks

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Beliebter Abendsport: Joggen entlang der Promenade. Die Strecke bietet für jeden etwas, es gibt verschiedene Teilstrecken von Anfänger bis Profi.

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Pinguine gibt es in Kapstadt selbst nur im Aquarium. Um Kapstadt herum gibt es allerdings trotzdem eine vielfältige Tierwelt: Von Delphinen über weiße Haie hin zu Walen. An Land sieht man oft Dassies, verschiedene Vögel und ab und zu Paviane an den Straßen (Bitte vorsichtig sein und nicht füttern!).

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Der Tafelberg ist das Wahrzeichen der Stadt und beeindruckt mit einer grandiosen Aussicht. Man kommt entweder mit der Gondel hoch oder über verschiedene Wanderwege.

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Mehr Eindrücke aus Südafrika

Wenn euch die Fotos gefallen haben könnt hier hier noch ein paar Infos zu Südafrika bekommen:

Tauchen in Kapstadt
Tauchen in Oudekraal bei Kapstadt

Safari in Welgedacht
Safari in Welgedacht in Südafrika

Lokale SIM Karte für Südafrika
Lokale SIM Karte für Südafrika

So funktioniert der MyCiti Bus in Kapstadt
Der MyCiti Bus in Kapstadt

Welgedacht & Kevin Richardson – Wildes Südafrika

Welgedacht

Wer nach Südafrika fliegt hat eine Station meistens schon vor dem eingentlichen Flug gebucht und vermutlich aus gutem Grund: Der Krüger Nationalpark gehört zu den größten und aufregendsten Nationalparks in ganz Afrika. Hier kannst du sie wahrscheinlich alle sehen, die Big Five: Tausende Elefanten, Impalas, Nashörner Löwen und Hyänen, Leoparden und Krokodile. Giraffen, Kudus und Zebras wirst du hier vermutlich täglich zu Gesicht bekommen und das nicht zuletzt wegen der vielen exzellent ausgebildeten guides welche dich durch den Busch führen.

Aber Moment: Wieso schreibe ich denn dauernd im Konjunktiv? Ich war doch monatelang in Südafrika und bin doch dort auch viel gereist und… ich war nie im Krüger Nationalpark. Ich wollte nicht dorthin und vielleicht werde ich niemals dort sein. Sorry to disappoint!

Welgedacht – Die Alternative zum Krüger Nationalpark

Als ich mich im Juni 2014 entschied einen Road Trip durch Südafrika zu machen, von Johannesburg nach Kapstadt, stand der Krüger zu keinem Zeitpunkt auf der Liste der Sehenswürdigkeiten die ich gerne anschauen wollte. Stattdessen hatte ich einen anderen Ort auf meiner inneren bucket list an seine Stelle gesteckt und musste dafür ein paar Kilometer Umweg nach Norden in Kauf nehmen: Welgedacht

Als ich in Johanesburg lande und meinen Mietwagen in Empfang nehme zieht es mich schon regelrecht an und ich verbringe keine einzige Sekunde damit Johannesburg zu erkunden. Mein Weg führt mich schnurstracks in Richtung Norden, in die Region um Pretoria. Ich habe mich eine Nacht im Tranquility Spa eingemietet und geplant am nächsten Tag dann weiter zu meinem zweiten Stop zu fahren. Es sollte ganz anders kommen, aber dazu später mehr.

Ich verfahre mich erstmal gehörig und lande auf irgendeiner Buckelpiste in’s Nirgendwo. Learning des Tages: Vertraue keinen GPS Koordinaten auf irgendwelchen Homepages. Glücklicherweise habe ich die Telefonnummer dabei und kann die Rezeption anrufen. Raymond, der Besitzer der Lodge sei gerade sowieso einkaufen und ich können ihn unter folgender Nummer auch direkt anrufen wird mir gesagt. Ich freue mich mehr und mehr eine lokale SIM Karte für Südafrika gekauft zu haben denn weder muss ich bei jeder Minute auf die Uhr schauen und mir Gedanken zu den Gebühren machen noch muss ich während der Fahrt auf Google Maps verzichten, denn Raymond nennt mir einfach den Namen des Supermarktes und der ist glücklicherweise einfach in der App zu finden. Wenige Minuten später schüttle ich Raymond die Hand und wir fahren gemeinsam zur Lodge.

Wir halten an einer Kreuzung, Raymond steigt aus und erklärt das es links zur Lodge geht und rechts in’s game reserve. Ich gehe davon aus, er sagt mir dies weil er nun noch weiter zum game reserve fährt und ich einfach nach links abbiegen muss. „Nein nein“, sagt er:“Ich wollte nur dein Gesicht sehen wenn ich dir den Löwen da neben dir im Gras zeige!“
Ich drehe mich um und keine 50cm von mir liegt – hinter einem Zaun – ein Waschechter Löwe und lässt sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Ich merke mir diese Stelle und einige Tage später sollte ich mich noch sehr darüber freuen…

Frühstück mit Giraffe

Die Lodge besteht aus mehreren kleinen Bungalows die in einem Halbkreis angeordnet sind und hinter denen sich die Ställe mit ein paar Pferden befinden. Auf der einen Seite sind die Bungalows für Besucher und auf der Anderen befindet sich das Haupthaus in dem Abends gegessen und zusammen gesessen werden kann. Morgens wird hier das Frühstück serviert und wem im Sommer zu heiß wird kann hier einen Sprung in den kleinen Pool zur Erfrischung nutzen.

Welgedacht

Welgedacht

Pferde in Welgedacht

Pferde in Welgedacht

Üblicherweise frühstückt man hier Giraffe. Entschuldigung, mit Giraffe! Seit einiger Zeit haben sich nämlich eine Giraffenmutter und ihr Pfohlen die Wasserstelle neben dem Haupthaus zum Frühstücken ausgesucht und so hat man eine schöne Aussicht auf die kleine Famlilie während hinter den Langhälsen die Sonne aufgeht.

Nach dem Frühstück holt mich Jeff ab, der heute mein Guide ist und das ist auch schon einer der Gründe warum ich hier bin: Wer im Winter nach Welgedacht kommt wird nicht allein sein aber auch weit davon entfernt was man ‚gut besucht‘ nennen könnte. Ich mag das, ich genieße es wenn ich mir einen Ort ohne große Tamtam anschauen und einfach genießen kann. Ich bin heute also mit Jeff und noch genau zwei weiteren Menschen im Busch unterwegs. Wir haben das ganze Areal für uns und Jeff kann sich jede Menge Zeit nehmen.

Giraffe

Giraffe

Giraffenzunge

Giraffenzunge

Er sieht Tiere auf Meilen die mir selbst wenige Meter vor der Nase verborgen bleiben und während wir anhalten und er uns von ihnen erzählt schweifen seine Augen immer über den Boden neben dem Wagen. Immer ist er auf der Lauer und immer ist er aufmerksam ohne dabei auch nur die geringste Form von aufgeregtheit zu zeigen. Jeff ist aus Johannesburg und macht derzeit seine Ausbildung zum Park ranger hier.

Lion whisperer: Kevin Richardsons wildlife sanctuary

Sein liebster Teil des Jobs wäre die Arbeit mit Kevin sagt er und obwohl ich noch immer davon ausgehe meilenweit davon entfernt zu sein weiß ich sofort wovon er spricht: Kevin Richardson. Der Lion Whisperer.

Wann immer ich Menschen von Kevin Richardson erzähle, haben sie keine Ahnung wovon ich rede bis einer in der Gruppe fragt:“Moment, ist das der Typ mit den Löwen auf Youtube.“ Ja, genau der ist das:

Na, schonmal gesehen? Top, dann wissen wir ja jetzt wovon wir reden.

Jeff erklärt mir, dass Kevin’s Löwen nur ein paar Kilometer von hier leben und das Sanctuary zu Welgedacht gehört. Bis jetzt war ich fest davon ausgegangen am nächsten Tag noch viele Kilometer nach Süden fahren zu müssen um dorthin zu gelangen doch nun gibt es eine Planänderung: Wir schauen uns heute noch Meg und ihre Kameraden an.

Meg die Löwin

Meg die Löwin

Lustige Träume in Welgedacht

Lustige Träume in Welgedacht

Leider ist Kevin an diesem Tag selbst nicht im Reservat und auch wenn Jeff die Käfige nicht betritt weiß er doch alles was es über die Tiere von Kevin zu wissen gibt. Zum Beispiel, dass bei den Hyänen die Rangfolge von den Damen abwärts führt, also das am höchsten stehende Männchen immer nich unter dem am tiefsten stehenden Weibchen rangiert. Ganz im Gegensatz zu den Löwen also.  In anderen Käfigen ist außerdem Platz für Leoparen und eben die Löwen. Zwei Rudel sind zu diesem Zeitpunkt vor Ort. Sie müssen getrennt voneinander gehalten werden weil es sonst zu Reibereien kommt.

Löwe mit Schlafzimmerblick

Löwe mit Schlafzimmerblick

„Wenn sie so ruhig da liegen möchte man einfach rein gehen, den Kopf auf ihren Bauch legen und ein Nickerchen halten.“, sagt Jeff mit ruhiger und bewundernder Stimme. „Aber dann würden sie einen halt auffressen. Nur Kevin darf rein.“

Save lions, save habitat!

An diesem Nachmittag lerne ich viel über die afrikanische Tierwelt und vor allem über die Großkatzen. Kevin spricht auch auf seinem Youtube Kanal und generell wo immer er kann das an, was den Löwen in Afrika und all diesen majestätischen Tieren überall sonst auf der Welt zu schaffen macht: Wir nehmen den Tieren den Lebensraum weg! Wir dringen schamlos und unaufhaltsam in ihre Heimat ein und nur dadurch kommt es überhaupt zur Konfrontation zwischen Menschen und Raubtieren.

Müde

Müde

Die Frisur sitzt

Die Frisur sitzt

You were sexy until I saw you pet a lion cub…

Wenn ich heute Fotos von Freunden sehe, auf denen sie mit einem Tiger kuscheln oder ein Löwenbaby streicheln möchte ich am liebsten sofort darunter kommentieren wie schlimm das ist und noch die eine oder andere böse Beschimpfung vielleicht. Ich halte mich aber immer zurück, denn ich möchte niemand seine Urlaubserinnerungen vermiesen. Jeff findet andere Worte.

Wenn jemand in Afrika ein Löwenbaby streichelt heißt das in den meisten Fällen, dass dieses 10 bis 12 Monate von einem reichen touristen in einem Gehege erschossen und danach Fotos mit dem Stiefel des ‚Jägers‘ auf dem Kopf seiner ‚Beute‘ gemacht werden. Canned hunting heißt dieses bizarre Schauspiel und es ist die Schattenseite der Medaille dieses Landes für die schönsten Raubtiere der Erde. Löwenkinder die regelmäßig mit Menschen interagieren können später nur schwer ausgewildert werden und Tiger die es erlauben, dass sich wildfremde Menschen mit dem Kopf auf ihren Bauch legen oder sie hinter den Ohren streicheln sind so mit Drogen vollgestopft, dass du genausogut ein Stofftier begrapschen könntest.

Auch wenn es dir schwer fällt: Sage Nein wenn dir jemand anbietet ein wildes Tier zu berühren! Mach lieber ein Foto und sei Stolz nicht Teil des Problems zu sein!

Baghira war auch da...

Baghira war auch da…

Mein erster Ausritt mit Vogelstrauß, Warzenschwein und viel Blut…

Da mein nächster Tag nun frei ist, muss ich mir eine Alternative aussuchen und ich entscheide mich etwas neues auszuprobieren: Reiten.

Raymond’s Frau reitet seit Jahren professionell und ist Reitlehrerin für einige Kinder aus den umliegenden Lodges. Am Nachmittag setze ich mich also mit ihr, dem Stallburschen und der kleinen Sophie (13) aus dem Nachbardorf zum ersten Mal auf ein Pferd. Nein, nicht auf eins, wir hatten alle unser Eigenes!

Die drei müssen sofort erkannt haben was für ein hoffnungsloser Fall ich sein würde und beschlossen heute ausschließlich trabend durch die Gegend zu schleichen. Auch das würde nicht viel helfen,aber dazu später mehr. Wir verlassen das Gehege um die Lodge und folgen den Pfaden in den Busch. Nach einigen hundert Metern sehen wir die ersten Warzenschweine durch die Wiesen flitzen und in der Ferne können wir die Löwen brüllen hören. Jeden Abend wird der Sonnenuntergang von dem lautstarken Gebrüll begleitet. Als wir nach einer kleinen Abbiegung vor einem kleinen Team von Straußen stehen, halte ich mein Pferd an und schaue mich fragend um. Die anderen traben einfach weiter, also versuche ich es ihnen gleich zu tun. Zwischenzeitlich muss ich allerdings unwissenderweise den Rückwärtsgang eingelegt haben und mein Pferd lässt sich einfach nicht mehr dazu überreden einfach nach vorne zu gehen. Nachdem wir gemeinsam das technische Problem gelöst hatten ging es also zurück zur Lodge.

Sonnenuntergang in Afrika

Sonnenuntergang in Afrika

Mein Hintern tat weh, meine Beine auch und mein Pferd hatte sich entschlossen mich vor der Lodge nochmal kurz in einem Dornenbusch zu parken. Auf dei Frage wie ich mich angestellt hätte antwortet Sophie wohlwollend:“Ziemlich scheiße.“ Dankeschön!

Als ich absteige schauen die anderen Besucher mich an, als wäre ich ein Gespenst. Ob es mir gut gehe, fragt Eine und ein Anderer ob ich von etwas angefallen worden war. Nein, nein. Alles gut, glaube ich. Als ich an mir herunter schaue, verstehe ich schalgartig warum diese Fragen aus den offenen Mündern kommen: Mein T-Shirt ist von oben bis unten in Blut getränkt bis hinunter zu meiner Hose auf der ein weiterer riesiger Blutfleck ist. Ich gehe direkt in meinen Bungalow, wasche mir die Arme und entdecke irgendwann auch wo es mich erwischt hat: Ein Dorn muss meinen Unterarm der Länge nach aufgerissen und dabei eine Aterie erwischt haben. Es blutet zwar nicht mehr, aber das Loch ist noch gut zu erkennen.

Reiten ist übrigens Scheiße…

Brüll Löwe, brüll!

Am nächsten Tag steht die Weiterreise in Richtung Süden an. Ich fahre langsam die hügelige Straße entlang und erinnere mich an den Löwen vom ersten Tag. Ich halte kurz an, schaue mich um, sehe aber nichts. Dann vibriert der Boden und ich zucke zusammen. Ohrenbetäubender Lärm, irgendwo vor mir.

Brüll, Löwe... Brüll!

Brüll, Löwe… Brüll!

Dann Ruhe.

Ich schaue mich um, sehe immer noch nichts und entscheide mich auf dem Zaun vor mir zu steigen. Ich ziehe mich anden dicken Stämmen hinauf in einen Baum der neben dem Gatter steht und richte mich auf. Vielleicht 8-10m vor mir steht ein Löwe hinter einem Busch und schnauft angestrengt. Kurz. Dann, wenige Minuten nach der ersten Ansage brüllt er erneut los und es geht mir in Mark und Bein. Ich habe schon oft Löwen gesehen. Die traurigen Zeitgenossen im Zoo, die auf und ab renen und dabei mit leeren Augen in die Gegend starren.

Dieses Exemplar hat nichts von diesen traurigen, leeren Hüllen. Es fühlt sich an, als würde er seinen gesamten Körper dazu nutzen, einen Ruf wie ein Erdbeeben zu beginnen und als würde er jeden Kubikzentimeter Luft in seiner Lunge in sein Gebrüll pressen.

Ich verlasse diesen Ort, etwas schlauer und mit etwas mehr Respekt und mit einem Lächeln auf den Lippen.

Mehr witzige Fakten und Unnützes Wissen über Island… Why not

Island ist ein kleines Land, dass irgendwo oben im Atlantik liegt und im Schnitt nur drei Einwohner pro Quadratkilometer beherbergt. Es hat Vulkane die manchmal den Flugverkehr lahmlegen und für eine lange Zeit war ein Standup-Comedian Bürgermeister der Hauptstadt.

Wenn das die weniger lustigen Fakten sind, könnt ihr euch ja sicher ausmalen wie lustig die fun facts sind!

Mehr unnützes Wissen über Island – Wusstest du, dass…

Hier sind also ein paar lustige Tatsachen die ich bei meinem Islandaufenthalt gelernt, aufgeschnappt und als teilenswert eingestuft habe.

…es in Island eine App gibt die einem hilft herauszufinden ob man gerade mit der Verwandtschaft anbendelt?

Jawohl, Island ist klein und jeder kennt jeden. Wie in einem kleinen Dorf in Deutschland und da witzelt man ja auch: Hier ist jeder mit jedem verwandt. Für Island gilt das in gewisser Weise auch und deshalb ist Ahnenforschung hier ein großes Thema. Es gibt eine große Datenbank in welcher diese Verwandtschaftsbeziehungen erfasst sind und analysiert werden können. Findige Entwickler nutzen diese Daten um jungen Isländern dabei zu helfen herauszufinden, ob die heiße Blondine mit der sie gerade herumschmusen vielleicht ihre Cousine ist…

Wer’s nicht glaubt, die App findet ihr hier.

Isländer lachen gerne!

Isländer lachen gerne!

…Island nach klassischen Bewertungsmethoden weniger wert ist als Whatsapp?

Würde man Island wie ein Unternehmen bewerten, man tut dies oft anhand des Jahresumsatz, wäre es leider nicht so viel wert wie die beliebte Chat-Software. Nimmt man das Bruttoinlandsprodukt als Jahresumsatz, sind das in Island ca. 20 Milliarden US Dollar pro Jahr während Facebook für Whatsapp gute 22 Milliarden gezahlt hat.

Wenn die Vikinger Island also mit dem Ziel eines großen Exit gegründet haben: Epic fail!

…Island bekommt bald Dunkin Donuts, aber Starbucks und McDonalds wird es wohl auch weiterhin nicht geben.

Ganz Island ist sehr aufgeregt, denn Dunkin Donuts wird ein Lokal in Island eröffnen. Yay!

Nicht das Island nicht ausreichend amerikanische fast food Ketten hätte: Subways, Quiznos, Domino’s Pizza, Taco Bell… sie sind alle da. Der letzte McDonald’s schloss seine Pforten allerdings schon 2009 und seitdem hat Ronald McDonald keinen lächerlich übergroßen Fuß mehr in’s Land der Vikinger gesetzt. Starbucks gab es noch nie und das wird auch wahrscheinlich so bleiben, denn in der Zwischenzeit haben sich lokale Kaffeehäuser und Röstereien etabliert.

Ich wette die isländische Polizei ist schon ganz aus dem Häuschen!

…Isländer können kein Fußball spielen. Zumindest nicht gut!

Wenn sie das könnten, wären sie mal bei einer WM dabei gewesen. War’n se aber nich‘!

Oh, aber hey: Immerhin bei der EM sind sie vielleicht… wartet… Nope!

Berrichtigung: Die Frauenmannschaft war zwei mal dabei und darüber wurde dann ein Film gedreht.

…es in Island Rentiere gibt.

Jawohl, Santa Claus ist in Island ein Unbekannter. Was macht man als Celebrity, wenn man überall auf der Welt bekannt ist und an einem kleinen Örtchen nicht? Klar, man fährt mit der ganzen Bagage dahin und macht Urlaub! Ich denke Santa und Rudolph haben genau das gemacht und während Claus vermutlich in einer der vielen Bars in Reykjavík versackt ist gehen Rudolph und die anderen im Hafen schwimmen… Weil, warum nicht?

In Island gibt es keine Hunde,deshalb bringen sie Wolfsfischen 'Sitz' und 'Platz' bei... ;-)

In Island gibt es keine Hunde, deshalb bringen sie Wolfsfischen ‚Sitz‘ und ‚Platz‘ bei… 😉

…es keine Eisenbahn in Island gibt. Noch nicht!

In ganz Island gibt es keinen einzigen Zug. Keine S-Bahn, keine U-Bahn und auch keine Regionalbahn. Es gibt natürlich einen ICE von Reykjavík nach… Quatsch!

Aber die Regierung findet die Idee einen Zug vom internationalen Flughafen südlich der Hauptstadt hoch nach Reykjavík zu bauen ziemlich gut und alle Anzeichen deuten daraufhin, dass der Flybus demnächst große Konkurrenz bekommt.

…ich hoffe Mehdorn hält sich da raus!!!

…Isländer manchmal an den Eiern von männlichen Schafen knabbern?

Jawohl! Heißt Súrsaðir hrútspungar und naja… Vielleicht ein klassischer Fall von: Why not?

Ich konnte leider kein Restaurant finden, in welchem so etwas angeboten wurde aber ich wette im Café Loki könnte man fündig werden. Ihr habt ja jetzt sicher alle mächtig Appetit drauf!

…hier gibt es auch das Rezept!

Babywale trinken 650L Milch am Tag - Ungefähr so viel wie ein Isländer Coca Cola ;)

Babywale trinken 650L Milch am Tag – Ungefähr so viel wie ein Isländer Coca Cola 😉

…die Universität in Reykjavík gleichzeitig ein Kino ist?

Einige der Vorlesungssäle werden Abends zu Kinos umgebaut und dann kann man sich bei Popcorn und Cola die neuesten Hollywoodfilme reinziehen.

P.S.: Gibt es in Deutschland anscheinend auch, ist also nicht so lustig wie ich dachte… Meh!

…es in Island auch deutsche Hipster gibt?

Cloud of ash ist nicht wirklich Deutsch, sondern ein Zusammenschluss von Isländern mit einem Sinn für Humor die auf ihrem Youtube Kanal ihr Land und seine Besucher auf’s Korn nehmen.